Software von T-Systems liefert die passenden Formate
Konverter erleichtert Video-Übertragung

Rund um das Video-Streaming sind in kurzer Zeit eine Reihe von Abspielstandards entstanden. Wer sich die bewegten Bilder aus dem Internet anschauen wollte, musste bisher über diverse Programme zum Abspielen verfügen. Nun gibt es einen Konvertierer, der unterschiedliche Softwareformate und Bitraten vereinheitlicht.

HB DÜSSELDORF. Das Chaos mit den unterschiedlichen Standards für die Video-Übertragung über das Internet hat ein Ende. Die Telekom-Tochter T-Systems sorgt mit ihrer Konvertierungssoftware Video-Gateway nun für Einheitlichkeit. Der Konvertierer kann alle Videoformate lesen und sie in einen einheitlichen Kodierstandard überführen. So hat der User keine Abspielprobleme, und auch die Anbieter profitieren: "Bislang müssen Inhalteanbieter alle Player vorhalten, nun genügt der Konvertierer. Das spart Kosten und ist komfortabel", sagt T-Systems-Abteilungsleiter Wolfgang Ruppel.

Nicht nur die Medienindustrie hat die Vorteile von Video-Streaming entdeckt. Auch Unternehmen aus anderen Branchen nutzen die Technik inzwischen als Marketinginstrument: Vor allem große Firmen bieten auf ihrer Homepage Imagefilme, die per Mausklick auf dem Kundenrechner angeschaut werden können. Andere nutzen das Streaming via Internet, um Mitarbeiter oder Partner live an Bilanzpressekonferenzen teilnehmen zu lassen. Den Hauptmarkt für T-Systems sieht Ruppel im "Corporate Streaming", also der Verteilung von Videos innerhalb von Firmennetzen.

Durch die Streaming-Technik können Audio- und Video-Dateien bereits während der Übertragung aus dem Internet angehört bzw. angeschaut werden. Man spricht daher auch von einer Echtzeitübertragung, da Daten ohne größere Zeitverschiebung vom Rechner abgespielt werden.

Bevor aber das eigentliche Abspielen beginnt, wird ein Teil der Video-Daten heruntergeladen und zwischengespeichert. Dieser Teil liegt dann lokal auf dem Computer des Anwenders und kann sogleich problemlos abgespielt werden. Während der Nutzer die gespeicherten Daten betrachtet, werden automatisch im Hintergrund bereits die nächsten Teilstücke heruntergeladen. Dadurch wird trotz langsamerer oder manchmal verzögerter Verbindung meist ein kontinuierliches Abspielen erreicht.

Technik für verschiedene Übertragunggeschwindigkeiten optimiert


Während der Übertragung kann sogar jederzeit zurück- und vorgespult oder die Wiedergabe gestoppt werden. Die Technik ist für verschiedene Übertragungsgeschwindigkeiten optimiert - also für Modem, ISDN- und Netzwerkverbindungen. Zum Abspielen benötigt der Nutzer nur einen so genannten Videoplayer. Solche Software wird von verschiedenen Anbietern vertrieben und unterstützt unterschiedliche Datenformate. Darin liegt das Problem: Gängig sind ein knappes Dutzend Video-Streaming-Standards, die allesamt nicht kompatibel sind. Einfach nur Software anklicken und abspielen funktioniert daher oft nicht. So kollidiert der verbreitete Media-Player von Microsoft mit Formaten, die für Quicktime (Apple) erstellt worden sind oder jenen von Real Networks.

T-Systems bietet seinen Konvertierer als Teil der Systempakete zunächst nur seinen Kunden an. Anvisiert sind also vorrangig Firmen. Aber auch im Privaten wird es Zeit, der unnötigen Player-Vielfalt ein Ende zu setzen. "Mit dem Wachsen der Übertragungsbandbreite und immer höheren Übertragungsraten, wird Video-Streaming immer attraktiver. Wer heute noch in eine Videothek geht, der lädt sich morgen Filme vom Sofa aus einfach aus dem Internet herunter", schätzt Manfred Breul. Er ist Referent für Mobilkommunikation & Infrastrukturnetze beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Breul könnte sich gar einen ähnlichen Boom wie bei MP3 und SMS-Nachrichten vorstellen. An soliden Studien in einem äußerst launischen Markt fehle es jedoch.

Die Unternehmensberatung Frost & Sullivan rechnet immerhin in Europa mit einem Breitband-Boom ab 2003, in dessen Sog sich auch Video-Streaming explosionsartig verbreiten dürfte. Die derzeit 3,8 Mill. Breitbandnutzer sollen sich bis 2008 auf 28,1 Mill. vermehrt haben. Im Trend liegen will auch der Hamburger Stadtnetzbetreiber HanseNet, der seinen DSL-Kunden seit Juni Videos anbietet. Mehrere Hundert Filme können über den Breitbandanschluss abgerufen werden, was pro Streifen bis zu sechs Euro kostet.

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