Software wechselt permanent die Internetadresse
Übermittlung von Daten wird mit einem Trick sicherer

Das größte Hindernis für den endgültigen Siegeszug des E-Commerce ist die mangelnde Sicherheit bei der Datenübermittlung im Internet. Ein neuer Ansatz soll diese Schwäche des Netzes allein durch den Einsatz von Software eliminieren.

hiz DÜSSELDORF. Sicherheitsspezialist Invicta Networks aus Herndon im US-Bundesstaat Virginia hat die Software "Variable Cyber Coordinates" entwickelt, die sich von allen anderen Ansätzen, Daten sicher zu übermitteln, grundsätzlich unterscheidet. Statt die Daten zu verschlüsseln, werden die Internet(IP)-Adressen pro Sekunde mehrere tausendmal geändert.

Zum Hintergrund: Eine Verbindung über das Internet wird hergestellt, indem Datenpakete zwischen Geräten übermittelt werden. Absender und Empfänger kennen dazu die "Internet-Adresse" des anderen. Da alle Daten über unkontrollierbare Wege im Web reisen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Datenpakete an einer der unzähligen Schalt- und Übermittlungsstellen abgefangen und abgehört werden. Das Beispiel des von den USA, Neuseeland und England betriebenen Spionagesystems Echelon sorgt derzeit für Aufregung bis in die höchsten Regierungsebenen.

Verschlüsselte Datenströme sind das verbreitetste Verfahren. Sie können jedoch aufgezeichnet und mit entsprechender Rechenleistung dekodiert werden. Die Idee der Ex-Geheimdienstler Victor Shemymov (Geheimdienstoffizier des KGB) und des ehemaligen CIA-Bosses James Woosley, die das US-Unternehmen gegründet haben, löst die direkte Beziehung von zwei IP-Adressen auf. Im Millisekundentakt bekommen Sender und Empfänger neue Adressen für die Kommunikation zugewiesen, die für Lauscher nicht vorhersehbar sind. Dadurch wird der Datenstrom, ähnlich wie beim GSM-Mobilfunk, als Sammlung unzusammenhängender Pakete übermittelt. Nur Sender und Empfänger, die über die gleiche Software mit gleichen Parametern verfügen, können aus dem Datensalat wieder sinnvolle Inhalte zusammensetzen.

Nachteilig ist jedoch, dass die Anzahl der IP-Adressen bei dem derzeitigen Standard (Ipv4) begrenzt ist. Das Verfahren kann also erst für den breiten Markt genutzt werden, wenn der neue Internetstandard (IPv6) flächendeckend eingesetzt wird, der ein vielfaches an IP-Adressen zulässt.

Dass es sich bei der Entwicklung nicht um eine Eintagsfliege handelt, zeigt die Reaktion der Versicherungsgruppe American International Group (AIG). Sie gewährt den Kunden, die Invicta-Software einsetzen, einen 10%igen Nachlass auf die Versicherungsprämien.

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