Software-Werte gehörten zu den Gewinnern
Schwache Wochenbilanz an der Wall Street

Richtig zulegen konnten die US-Börsen zum Wochenschluss nicht mehr, obwohl man sich das nach den dramatischen Verlusten des Vortags noch am Morgen erhofft hatte. Der Dow Jones ging mit einem Plus von 15 Punkten bei 10 190 Punkten ins Wochenende, die Nasdaq verbesserte sich um 31 Zähler oder 1,8 % auf 1 756 Punkte.

NEW YORK. Schwach fällt die Wochenbilanz für beide Indizes aus: Dow Jones und die Nasdaq haben in fünf Handelstagen jeweils 0,8 % abgegeben. Sorgen macht Anlegern die anhaltende Schwäche der Tech-Aktien: Seit Jahresbeginn hat sich der Index der Wachstumswerte bereits um mehr als 12 % verschlechtert.

Konjunkturelle Daten nahm der Markt am Morgen schulterzuckend zur Kenntnis: Das Verbrauchervertrauen ist im April leicht gesunken, was den Handel nicht beeinflusste. Die Einzelhandelsverkäufe sind nur um 0,2 % gestiegen, doch hatten zahlreiche Unternehmen bereits am Donnerstag gemeldet und den Sektor gestützt, wenngleich auch dieser im allgemeinen Strudel in die Tiefe gerissen wurde. Die Produzentenpreise sind um 1 % gestiegen, die volatilen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet um 0,1 % und damit im Rahmen der Erwartungen.

Den Markt beschäftigten unterdessen Streitigkeiten an allen Fronten. Dabei standen die Kriege in Afghanistan und im Nahen Osten ausnahmsweise im Hintergrund. Viel schwerer drückt am Freitag die politische Krise in Venezuela auf die Stimmung. Das südamerikanische Land ist der viertgrößte Öl-Produzent der Welt. Der Öl-Sektor stand entsprechend im Handel unter Druck - Exxon, ChevronTexaco und weitere Förderunternehmen verloren bis zu 3 %.

Von den Donnerstagsverlierern konnten nur einige minimal Boden gut machen: Der Computerriese IBM, der im Sog von Ermittlungen der US-Börsenaufsicht SEC gefallen war und auf die Verluste nach einer Gewinnwarnung vom Wochenbeginn noch eines draufsetzte, verbesserte sich um 1,5 %. Die Behörde hat die Ermittlungen abgeschlossen und erklärt, man habe keine Unregelmäßigkeiten gefunden.

Erholen konnten sich auch die Aktien von AOL Time Warner und dem Handy-Hersteller Nokia, die während der letzten Tagen in unerwartet niedrige Gefilde gerutscht waren. Die Aktie des Mediengiganten legte 3 % zu, Nokia verbesserte sich um 4 %.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Software-Werte, die am Donnerstag eine Abreibung verpasst bekommen hatten. Während Oracle 5 % zulegen konnte, kletterten die geprügelten Aktien von Siebel Systems und Cognos um mehr als 10 % nach oben. Von beiden hatten Anleger am Dienstag nach pessimistischen Kommentaren von Tom Siebel und schwachen Zahlen beim Datenbankexperten Cognos Abstand genommen.

Nicht im grünen Bereich halten konnte sich General Electric. Nachdem das Papier am Donnerstag um fast 10 % eingebrochen war, schlugen am Morgen Schnäppchenjäger zu, die sich von positiven Kommentaren von Bear Stearns gestützt sahen. Doch am Nachmittag machte das Papier schlapp, GE schloss mit einem Minus von 0,7 %.

Umgekehrt lief der Handel für den Software-Hersteller Computer Associates. Der war unter Verkaufsdruck geraten, nachdem das Wall Street Journal über Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der SEC gegen das Unternehmen berichtet hatte. Doch die Meldung hatte nicht dieselben dramatischen Folgen, die andere Unternehmen zuletzt sahen: Die Aktie behauptete sich im Handel und schloss mit einem Plus von 0,8 %.

Aufwärts ging es auch für Juniper Networks. Der Netzwerkspezialist hatte am Vorabend einen Quartalsverlust von 46 Millionen Dollar oder 14 Cent ausgewiesen. Das war jedoch keine Überraschung, nachdem Juniper im März bereits gewarnt hatte und die Enttäuschung eingepreist war. Die Aktie verteuerte sich am Freitag um fast 5 %.

In der nächsten Woche richten sich alle Augen auf die Dow-Werte. Dreizehn Unternehmen aus dem Standardindex werden Quartalsergebnisse vorlegen, darunter die Tech-Werte Microsoft und Intel, die Zykliker Caterpillar und Honeywell, die Finanzriesen JP Morgan und Citigroup und die Konsum-Giganten McDonald?s und Coca-Cola. Weitere Meldungen stehen an von Texas Instruments, Ebay, Apple, Sun Microsystems, den Airlines und den Automobilherstellern.

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