Softwarekonzern senkt Preise für Datenbank-Programme
Microsoft erhöht Druck auf Oracle und IBM

Oracle-Chef Larry Ellison gerät zunehmend unter Druck: In Zeiten, in denen Sparpläne die Budgets der Unternehmen beherrschen, lassen sich die bisher üblichen Premiumpreise für die Datenbank-Software und die zugehörigen Wartungsdienste der Oracle Corp. nicht mehr durchsetzen.

ruk PALO ALTO. In der vergangenen Woche musste Ellison seine Vorhersagen für das Ergebnis des laufenden Quartals nach unten korrigieren. Die anhaltend schwache Konjunktur und die Auswirkungen der Terroranschläge in den USA treffen auch den Konzern aus Redwood City/Kalifornien.

Auf dem Markt für Datenbank-Software ist ein scharfer Wettbewerb entbrannt. Hauptkonkurrenten sind Oracle mit dem Programmpaket 9i, die IBM Corp. mit DB2 und die Microsoft Corp. mit dem SQL Server 2000. Während Microsoft nur Lösungen auf der eigenen Betriebssystem-Plattform Windows NT/2000 anbietet, bedienen Oracle und IBM auch die Plattformen Mainframe - also herstellereigene Großrechnersysteme - und Unix.

Die Kontrahenten IBM und Oracle kämpfen seit langem um die Vorherrschaft im Datenbank-Markt, der 2000 einen Umfang von 8,8 Mrd. $ hatte. Sie liegen inzwischen nahezu gleichauf. Aber Microsoft - lange Zeit geplagt von Leistungs- und vor allem Sicherheitsproblemen bei den Datenbank-Programmen - gewinnt durch seine besonders günstigen Preise zunehmend an Boden, haben die Marktforscher von Gartner festgestellt.

Am weltweiten Markt für Datenbank-Software hatte Oracle laut Gartner im vergangenen Jahr einen Umsatzanteil von 33,8 % - ein leichter Anstieg im Vergleich zu 1999, als Oracles Marktanteil bei 31,1 % lag. Auch IBM konnte in diesem Zeitraum zulegen, von 29,9 % im Jahr 1999 auf 30,1 % im Jahr 2000. Der Konzern aus Armonk/New York belegte damit den zweiten Platz. Unter Berücksichtigung der mittlerweile abgeschlossenen Übernahme von Informix rückt Big Blue sogar noch näher den Erzfeind heran: Der Umsatzanteil betrug dann 33,1 %.

Microsoft liegt mit einem Anteil am Gesamtmarkt von 14,9 % - nach 13,1 % im Jahr 1999 - weit zurück. Im Segment Windows-Datenbanken konnte der Konzern aus Redmond/Washington im Jahr 2000 jedoch erstmals Marktführer Oracle überholen: Microsoft kam auf 38 %, Oracle hatte 37,3 %.

Den Grund für den wachsenden Erfolg des SQL-Datenbank-Servers von Microsoft sehen Branchenbeobachter in einer Kombination aus günstigem Preis und deutlich verbesserter Leistung und Sicherheit. Microsoft könne seit der Betriebssystem-Version Windows 2000 endlich die Qualität und Sicherheit bieten, die für den Einsatz von Systemsoftware in Unternehmen notwendig ist.

Die nächste technische Herausforderung für alle Datenbankanbieter ist nun die Integration der Computersprache XML zur Beschreibung von Internet-Seiten und Objekten.

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