Softwarekonzern will seinen Internet-Dienst MSN prominenter platzieren
Microsoft bedrängt Computer-Hersteller

Der US-Softwarekonzern Microsoft Corp. will einige Computer-Hersteller zwingen, seinem Internet-Dienst MSN einen prominenten Platz auf ihren Geräten einzuräumen.

NEW YORK. Damit verschärft sich der Streit mit dem ärgsten Konkurrenten in diesem Bereich, dem Internet-Zugangsanbieter AOL, der zum Medienkonzern AOL Time Warner Inc., New York, gehört.

Bei der Auseinandersetzung geht um die Platzierung eines so genannten Icons - einer direkten Verbindung zu einem Programm - auf dem Startbild des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows XP. Microsoft hatte vor zwei Wochen auf Druck des Berufungsgerichtes im Kartellprozess gegen den Konzern seine Firmenpolitik geändert und PC-Herstellern mehr Freiheiten bei der Konfiguration des Bildschirm-Startfensters eingeräumt, mit dem sie ihre Geräte ausliefern. Compaq Computer Corp. hatte daraufhin angekündigt, statt des MSN-Icons das AOL-Icon zu installieren.

US-Politiker wollen Auslieferung aufhalten

Ein Microsoft-Sprecher sagte nun, bei dem Zugeständnis an die PC-Hersteller sei es um andere Angebote des Konzerns aus Redmond im US-Bundesstaat Washington gegangen, namentlich um den Internet Explorer. Hier konkurriert Microsoft mit dem Netscape Communicator. Der Kampf zwischen den beiden Firmen um die Vorherrschaft in diesem Bereich war einer der Hauptpunkte im Kartellprozess gegen Microsoft gewesen. Microsoft habe den PC-Herstellern erlaubt, das Icon für den Explorer durch das Bild eines Konkurrenzproduktes zu ersetzen, sagte der Unternehmenssprecher. Wenn der PC-Hersteller sich allerdings entscheidet, ein Icon für einen Internet-Zugangsanbieter wie AOL zu platzieren, müsse auch das MSN-Icon auf dem Bildschirm erscheinen, fordert Microsoft, damit der Kunde die Wahl habe.

Der Konzern hat am Wochenende die neueste Testversion für das neue Betriebssystem Windows XP herausgebracht. Das Programmpaket soll ab 25. Oktober in den Läden zu kaufen sein. Einige US-Politiker wollen jedoch, die Auslieferung durch eine einstweilige Verfügung aufhalten. Es soll geprüft werden, ob Microsoft erneut gegen das Kartellrecht verstoße.

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