Softwarekonzernüberrascht mit relativ optimistischer Prognose
SAP gibt sich optimistisch für 2002

Mit einem überraschend positiven Ausblick hat der Softwarekonzern SAP hoffnungsvolle Signale für die angeschlagene Informationstechnologie-Branche gesetzt.

dpa/rtr FRANKFURT/MAIN. Nach einem Umsatzplus von 17 % auf 7,34 Mrd. Euro im Vorjahr erwartet das Walldorfer Unternehmen für 2002 einen Zuwachs um rund 15 %. Die operative Gewinnmarge solle mindestens einen Prozentpunkt über den 2001 erreichten 20 % vom Umsatz liegen.

"Wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten beiden Quartalen nichts wesentlich ändern wird", sagte Co-Vorstandssprecher und SAP - Mitgründer Hasso Plattner bei der Bilanzvorlage am Mittwoch in Frankfurt am Main. Auch wenn die Trends beim Kauf von Softwarelösungen angesichts der schwachen Konjunktur unbeständig blieben, erwarte er eine Erholung im zweiten Halbjahr. Analysten hatten nach den Aussagen von anderen IT-Konzernen eine pessimistischere Prognose befürchtet.

Die Aktie des Weltmarktführers für betriebswirtschaftliche Standardsoftware gehörte am Mittwochvormittag zu den Tagesgewinnern im Dax. Der Kurs des Papiers legte um 2,24 % auf 159,50 Euro zu.

"Gemessen an dem sehr herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld hat sich die SAP im vierten Quartal gut behauptet", sagte der zweite Vorstandssprecher Henning Kagermann. "Die Region Europa entwickelte sich solide wie erwartet, und in den USA wurden unsere Erwartungen übertroffen sowie Marktanteile hinzugewonnen." Die Maßnahmen zur Kostensenkung ließen die angepeilte Verbesserung der Rendite für die zweite Jahreshälfte erwarten. Wie schon in anderen Jahren werde dann auch der Absatz von Softwarelizenzen wieder anziehen.

Ohne die Berücksichtigung von Mitarbeiterbeteiligungen und Akquisitionen steigerte SAP das operative Ergebnis 2001 um 18 % auf 1,47 Mrd. Euro. Das Konzernergebnis nach Steuern ging jedoch um sechs Prozent auf 581 Mill. Euro zurück. Die Mitarbeiterzahl nahm innerhalb eines Jahres um 18 % zu und lag Ende 2001 bei weltweit 28 410.

Das Unternehmen kündigte an, dass die beiden Geschäftsbereiche SAP Markets und SAP Portals zusammengelegt werden sollen. Der Hauptsitz der neuen Tochter mit 1700 Mitarbeitern, die Unternehmenssoftware für Marktplätze und Portale im Internet herstellt, werde im kalifornischen Palo Alto angesiedelt. Die Leitung übernimmt der bisherige Chef von SAP Portals, Shai Agassi. Die Entscheidung steht nach Angaben von Plattner im Zusammenhang mit der Strategie von SAP, seine Softwarelösungen zu integrieren und stärker mit den Anwendungen fremder Anbieter zu verzahnen. SAP-Programmierer bedienen sich dazu nicht mehr nur des hauseigenen Sprachcodes ABAB, sondern auch der universellen Programmiersprache Java.

Im Gesamtjahr 2001 stiegen die Lizenzumsätze mit Software gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent. Ein deutlich stärkeres Wachstum erzielten die Bereiche Beratung (plus 27 %) und Schulung (plus 16 %).

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