Softwarespezialisten FJA und Cor erhoffen einen Auftragsboom
Rendite mit Riester

F ördert die Rentenreform der Bundesregierung nun tatsächlich die private Altersvorsorge oder kommt sie eher der ausufernden Bürokratie zugute - diese Frage ist unter Experten umstritten. Ebenso unklar ist auch, ob die Versicherungs- und Finanzbranche von den neuen Vorsorgemodellen profitiert.

nac FRANKFURT/DÜSSELDORF. Pessimisten vertreten die These, dass die hohen Anforderungen an die neuen Produkte so große Investitionen erfordern, dass am Ende kaum Profit übrig bleibt. Auf jeden Fall freuen sich zwei Unternehmen am Neuen Markt über die komplizierten Sparmodelle: die Softwareproduzenten FJA und Cor Insurance . Beide haben frühzeitig damit begonnen, spezielle Programme für die Riester-Rente zu entwickeln. Sollte heute der Bundesrat seine Zustimmung zu der Reform geben, rechnen beide Gesellschaften mit Großaufträgen aus der Versicherungsbranche.

"Für uns ist Freitag der Höhepunkt des Jahres", sagt Joachim Dedelmahr, der bei Cor Insurance für Investor-Relations zuständig ist. FJA und Cor konzentrieren sich darauf, die Lebensversicherungsbestände von Versicherungfirmen zu verwalten. In der Regel geschieht das im Outsourcing-Verfahren. FJA und Cor erhalten für ihre Arbeit eine Anzahlung und sind zusätzlich mit 1,5 bis 2,5 Prozent an jeder Beitragsmark beteiligt. Im Urteil der Analysten rangiert die viel größere und seit gut 20 Jahren bestehende FJA vor dem Konkurrenten Cor Insurance. Letzterer schockte die Anleger im März mit einen Abgang seiner kompletten Vorstandsriege und einer massiven Verfehlung der Planziele im ersten Quartal, die auch durch große Abfindungszahlungen an die ehemalige Unternehmensführung ausgelöst wurde.

Verlust lag weit über der Prognose

Statt einem Verlust von geplant 2 Millionen machte Cor 5 Millionen DM Miese. Die Nachricht von vergangenen Montag, dass der ehemalige debis/Deutsche Telekom-Manager Ulrich Wörner das Amt des neuen Vorstandschefs von Cor übernimmt, stieß an der Börse jedoch auf freundliches Echo.

"Ich habe einen guten Eindruck vom neuen Management, außerdem stimmt das Geschäftsmodell", urteilt Analyst Stefan Chahsari von der Concord Effekten AG. Auf dem derzeitigen Niveau seien alle schlechten Nachrichten eingepreist. Er bewertet die Aktie als Marketperformer. Cor notiert derzeit mit einem stolzen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 44,5.

Trotz höherem Vertrauensbonus ist FJA mit einem 2001-KGV von 39,5 günstiger, aber immer noch hoch bewertet. Concord-Analyst Chasari sieht dennoch ein weiteres Kurspotenzial von 20 Prozent und stuft die Aktie als "Outperformer" ein. "FJA ist sehr gut auf dem Markt eingeführt und wird vom Altersvorsorgeboom stark profitieren". Bisher blieben die Aktionäre von verfehlten Planzahlen und Querelen im Vorstand verschont. Das Unternehmen rechnet 2001 mit einem Umsatz von 210 Millionen DM. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll bei 40 Millionen Euro liegen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%