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Softwarewerte ziehen Nasdaq ins Minus

Die gute Stimmung an der Wall Street hielt nicht an. Nach der Notenbanksitzung drehte der Nasdaq in die Verlustzone. Dabei hatten die Anleger keinen Grund zur Klage. Es kam wie erwartet. Die Notenbank beließ die Zinsen auf dem Niveau von 6,5 Prozent. Die Entscheidung überraschte kaum einen Marktteilnehmer.

Die Nasdaq ging am Dienstag schließlich mit dem größten Verlust seit zwei Monaten aus dem Handel. Schuld waren die Computer und Softwaretitel.



Commerce One, i2Technologies und andere Hersteller von Software, mit der Online-Marktplätze entwickelt werden können, hatten am Dienstag nichts zu lachen. Analyst Richard Williams von Jeffries & Co stufte Commerce One ab und prognostizierte anderen Unternehmen der Branche ein ebenfalls lahmendes Umsatzwachstum. Schuld an der Entwicklung sollen die entstehenden Marktplätze für den B2B-Bereich sein, auf denen der wirkliche Handel später beginnt als geplant. Kunden wollen einsatzbereite Marktplätze sehen, so Williams. Doch es existieren nur wenige voll funktionsfähige Foren. Nur ein kleines Detail auf dem so zukunftsträchtigen Markt möchte man meinen, doch in empfindlichen Momenten können solche Prognosen Punkte kosten. i2 Technologies verlor stark. Ariba zog es ebenfalls ins negative Terrian. Oracle fiel trotz positiver Analystenkonferenz und bullischer Kommentare im Handelsverlauf um bis zu zehn Prozent.



Was die Kursverluste der Technologiewerte angeht, versuchte Goldman Sachs die Gemüter zu beruhigen. Die Kurseinbußen des Sektors seien überzogen. Der Markt hat seinen Boden aller Voraussicht nach noch nicht gefunden. Doch kann man davon ausgehen, dass die Stimmung im November und Dezember deutlich besser wird.



Konzentrieren sollten sich die Anleger nun auf High-Tech-Werte im Bereich der Speichersysteme und Daten-Netzwerke. Goldman Sachs setzt vor allem auf die Marktführer der einzelnen Branchen. Cisco, Juniper Networks, EMC und Network Appliances. Was das Börsenjahr 2001 betrifft, sollen die Anleger optimistisch bleiben. Denn nachlassende Konjunktur sollte zu nachlassender Zinsangst führen und das ist bekanntlich gut für den Aktienmarkt.



Immunex verlor fast neun Prozent an Wert, nachdem eine europäische Aufsichtsbehörde Ärzte davor warnte Enbrel, Immunex Mittel zur Behandlung von Rheuma, zu verschreiben. Enbrel habe die Blutwerte der Patienten negativ verändert. Bislang sind zehn Fälle bekannt, in denen die Patienten ein verdächtig niedriges Niveau bestimmter Blutzellen ausgewiesen hätten. Analysten von PaineWebber bezeichnete den Kursfall als "Überreaktion", dem Kurs half das jedoch nicht mehr.



Dem Dow Jones Index verhalfen die Kursgewinne von Schwergewicht Du Pont und Alcoa auf die sichere Seite. Die Anleger fanden am Dienstag an den Werten Gefallen. Beide Unternehmen produzieren wichtige Grundstoffe für die verarbeitende Industrie. Alcoa wird am Donnerstag Quartalsdaten vorlegen.



Als aktivster Verlierer notierte Xerox an der Wall Street. Der Kopierer- und Druckerhersteller verlor 28 Prozent, nachdem das Unternehmen am Montag eine Umsatzwarnung herausgegeben hatte. Schuld seien geringere Verkäufe in Europa und eine verstärkte Konkurrenz. Bis zu 20 Cents Verlust pro Aktie vermutet Xerox für das dritte Quartal.

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