Solana fordert "solide Koalition auf zahlreichen Ebenen"
Versteckte Messer in Flugzeugen gefunden

Die weltweite intensive Fahndung nach Komplizen und Hintermännern des Terrorismus geht unvermindert weiter. In den USA verstärkte sie die Sorge vor weiteren Anschlägen. In mehreren Flugzeugen wurden versteckte Teppichmesser gefunden, wie sie die Flugzeugentführer bei ihren verheerenden Anschlägen am 11. September verwendet hatten.

dpa WASHINGTON. Auf der Fahndungsliste des Bundeskriminalamtes FBI stehen die Namen von mehr als 20 mutmaßlichen Terroristen, die sich wahrscheinlich noch in den USA aufhalten und bislang nicht gefunden wurden.

Die Länder der Europäischen Union wollen neben verstärkten Sicherheitskontrollen und intensiver Fahndungszusammenarbeit auch ihren Kampf gegen die Finanzierung des internationalen Terrorismus sowie gegen die Geldwäsche verstärken. Das beschlossen die EU-Finanzminister am Samstag auf einer Sondersitzung in Lüttich.

Der EU-Beauftragte für Außenpolitik und Sicherheit, Javier Solana, sagte am Sonntag in London, mittel- und langfristig müsse der Terrorismus "von einer soliden Koalition von Ländern auf zahlreichen Ebenen" bekämpft werden. Neben militärischen Aktionen gehe es um die polizeiliche Zusammenarbeit und das Abdrehen der Finanzquellen für Terrorgruppen. "Es gibt viele, viele Dingae, die wir zur Bekämpfung des Terrorismus tun müssen", sagte er in einer BBC-Talkshow.

In Toronto wurde ein Araber mit falschen Pässen festgenommen, der am 11. September auf einer Lufthansa-Maschine nach Chicago reisen wollte. In London werden vier Verdächtige, darunter ein Algerier, verhört. Eine Person wurde am Sonntag wieder freigelassen. Das FBI warnte zahlreiche Industriezweige vor möglichen Anschlägen und mahnte zu erhöhter Wachsamkeit. Angeschrieben wurden die die Öl- und Gas-Industrie, Atomkraftwerksbetreiber sowie Hollywood-Studios in Kalifornien, berichteten US-Medien am Samstag.

Der Mann, der in Toronto festgenommen wurde, hatte drei gefälschte jemenitische Pässe sowie eine Flugbegleiter-Uniform im Gepäck. Nageeb Abdul Jabar Mohamed al Hadi soll auch einen Sicherheitsausweis der Lufthansa dabei gehabt haben. Nach Angaben von Lufthansa-Sprecher Thomas Jachnow handelt es sich jedoch nicht um einen fest angestellten Lufthansa-Mitarbeiter. Dies habe der Verkaufsleiter der Lufthansa in Sanaa (Jemen) bestätigt. Der Mann sei als Verkaufsagent im Auftrag der Lufthansa im Jemen tätig gewesen. Der Mann war bereits vergangene Woche festgenommen worden.

Lufthansa-Personal muss sich neuer Sicherheitsüberprüfung unterziehen

Jachnow bestätigte den Bericht der "Bild am Sonntag", dass sich derzeit alle 70 000 Lufthansa-Mitarbeiter, vom Vorstand bis zum Reinigungspersonal, einer erneuten Sicherheitsüberprüfung unterziehen müssen.

Bei der Durchsuchung zahlreicher Maschinen nach den Anschlägen waren in mindestens zwei Flugzeugen versteckte Teppichmesser gefunden worden. Zwei der Messer seien zwischen den Sitzen einer Maschine gefunden worden, die aus Boston abfliegen sollte, berichteten US- Medien. Dort waren auch die beiden entführten Flugzeuge gestartet, die in das World Trade Center in New York rasten. Ein weiteres Messer holten Fahnder aus dem Abfalleimer einer Maschine, die von Atlanta nach Brüssel fliegen sollte.

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