Solarbranche
Hochspannung vom Stadiondach

Zürich, Bielefeld, Kaiserslautern: Photovoltaikanlagen werden für immer mehr Stadionbetreiber zum Image-Träger. Dabei profitiert die Branche von neuen Entwicklungen, die auch der besonderen Architektur der Fussballtempel gewachsen sind.

KÖLN. 30 000 Zuschauer stürmen am 9. Juni das "Letzigrund", Zürichs neue Sportarena. Denn dann treffen die Nationalmannschaften von Rumänien und Frankreich aufeinander und eröffnen damit auch für Zürich die Fußball- Europameisterschaft. Dass Flutlicht und Anzeigetafel leuchten und die Getränke schön kühl sind, werden die Schlachtenbummler selbstverständlich erwarten. Aber kaum jemand wird sehen können, was sich auf dem Dach des neu gebauten Stadions verbirgt: Eine gigantische Photovoltaikanlage, die die Energie für solche Annehmlichkeiten liefert.

Lange genug waren die enormen Dachflächen der Sportarenen nur Nistplätze für Vögel und Lagerstätten für vergessene Fußbälle. 1998 hat der SC Freiburg als erster Fußballclub verstanden, dass man die Fläche auch sinnvoll nutzen kann. In Zeiten steigender Strompreise setzen inzwischen viele Vereine und Stadionbetreiber auf Photovoltaik. Die Anlage des Letzigrund-Stadions erzeugt etwa zehn Prozent des jährlichen Energieverbrauchs, die des Freiburger Badenova-Stadions sogar 50 Prozent. Die Investition lohnt sich, die meisten Anlagen sorgen schon nach wenigen Jahren für Gewinne.

Einige Stadionbetreiber überlassen die Nutzungsrechte an dem Dach privaten Unternehmen. So auch die Stadt Zürich, Eigentümerin des Letzigrund Stadions. Dabei geht es nicht immer nur um den wirtschaftlichen Nutzen, wie Cornelia Mächler, Direktorin der Immobilien-Bewirtschaftung der Stadt erklärt: "Wir bemühen uns seit Jahren um eine ökologisch nachhaltige Politik. Die solartechnische Nutzung des Letzigrunds war auch schon bei der Planung des Stadions ein wichtiges Thema."

Gebaut hat die Anlage die schweizerische Niederlassung der Freiburger Solarmarkt AG. Im August 2007 konnte das Unternehmen sie in Betrieb nehmen. Fast 1300 Module auf 2500 Quadratmeter, über einem Drittel des Fußballfeldes, liefern heute eine Leistung von 223 Kilowatt. Der Ertrag hat dabei selbst die Experten der Solarmarkt AG überrascht. In den ersten neun Monaten produzierte das Sonnenkraftwerk rund zehn Prozent mehr Strom als errechnet. Somit kann das Solarunternehmen von einer Jahresproduktion von über 200 000 Kilowattstunden ausgehen.

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