Soldaten-Familien leiden unter Auslandseinsätzen
Struck will Einsatzzeit im Ausland verkürzen

Die Auslandseinsätze von Bundeswehr-Soldaten sollen nach Möglichkeit auf zwei bis drei Monate verkürzt werden, um die Belastungen für die Soldaten und deren Familien zu mindern. Wo eine Verkürzung der so genannten Stehzeit von momentan sechs Monaten nicht möglich sei, solle der Urlaub von zwei auf drei Wochen verlängert werden.

HB/dpa BAYREUTH/KÖLN. Dies sagte Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bei einer Tagung von evangelischen Militärgeistlichen am Montag in Bayreuth.

Vereinzelt würden die kürzeren Einsatzzeiten bereits seit Jahresbeginn praktiziert, sagte Struck. Die Umstellung auf kürzere Auslandseinsätze bei allen Truppenteilen werde wegen organisatorischer Maßnahmen aber noch einige Jahre dauern.

Im Ausland eingesetzte Soldaten und ihre Familien leiden einem Zeitungsbericht zufolge zum Teil massiv unter ihrer Situation. Nach einer Studie des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Bundeswehr führten 75 Prozent aller Auslandseinsätze zu familiären Problemen, in 15 Prozent gingen Partnerschaften in die Brüche, schreibt der "Kölner Stadtanzeiger" (Dienstag). Fazit der Studie ist laut Zeitung: "Auslandseinsätze seien nicht motivationsfördernd." Als belastend werde vor allem die Einsatzdauer empfunden.

Der Dozent des Instuts und Mitautor der Studie, Paul Klein, sagte der Zeitung, das Ministerium habe sich vor zwei Wochen gegen die Veröffentlichung der Studie entschieden. Das Ministerium erklärte dagegen, die Studie würde ausgewertet und "in naher Zukunft" veröffentlicht.

Der Sprecher des Deutschen Bundeswehrverbandes, Jürgen Meinberg, sagte dem Blatt, der Wehrbeauftragte des Bundestags, Willfried Penner, werde bei der Veröffentlichung seines Jahresberichts an diesem Dienstag zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommen.

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