Soldaten solidarisch mit Zivilbeschäftigten
Hohe Beteiligung an Warnstreiks bei Bundeswehr

Mehrere tausend Zivilbeschäftigte der Bundeswehr sind am Montag dem Aufruf der Gewerkschaft ver.di gefolgt und haben kurzfristig die Arbeit niedergelegt. Allein in Sachsen- Anhalt beteiligten sich nach Verdi-Angaben 700 Beschäftigte an den Warnstreiks.

dpa BERLIN/STUTTGART. Auch in anderen Bundesländern waren es jeweils mehrere hundert. Bundesweit waren unter anderem Handwerker, Küchenpersonal und Verwaltungsangestellte aufgerufen, für eine oder mehrere Stunden die Arbeit niederzulegen. Die Aktionen sollen sich über den ganzen Tag hinziehen. Es handelt sich um die ersten Warnstreiks bei der Bundeswehr.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske bezeichnete die Aktionen als guten Impuls für die anstehenden Tarifverhandlungen. "Wenn es am Dienstag keinen Durchbruch gibt, sind wir steigerungsfähig", sagte er vor streikenden Zivilbeschäftigten in Strausberg bei Berlin.

Die Gewerkschaft hatte in der bundesweiten Aktion für einen Tarifvertrag zum Kampf gegen den geplanten Personalabbau aufgerufen. Ver.di fordert unter anderem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie Härtefallregelungen zur vorzeitigen Beendigung der Arbeitsverhältnisse. Die Gewerkschaft fürchtet, dass durch die Bundeswehrstrukturreform und Kooperationsverträge mit der Wirtschaft zehntausende zivile Arbeitsplätze wegfallen.

Soldaten solidarisch mit Zivilbeschäftigten

Der Bundeswehrverband hat den Zivilbeschäftigten die Solidarität der Soldaten im Ringen um eine sozialverträgliche Verkleinerung der Bundeswehr zugesichert. Der Vorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Bernhard Gertz, sagte am Montag auf der Bonner Hardthöhe bei einer Protestkundgebung der Gewerkschaft Verdi, nur wenn es für diese Beschäftigten eine gute Lösung bei den Tarifverhandlungen gebe, könnten auch die Soldaten mit solchen Lösungen rechnen.

Stellenabbau dürfe nicht ohne soziale Begleitmaßnahmen erfolgen, betonte Gertz. Der Abschluss eines Tarifvertrages mit sozialverträglichen Regelungen für die mehr als 120 000 Zivilbeschäftigten sei auch richtungweisend für die Soldaten. Vor dem Hauptportal des ersten Dienstsitzes des Bundesverteidigungsministeriums in Bonn protestierten rund 1 000 Zivilbeschäftigte der Bundeswehr aus Nordrhein-Westfalen gegen den geplanten Personallabbau. Sie forderten den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und Härtefallregelungen.

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