Solidaritätsnote bei Gipfel in Stockholm
Kämpfe in Mazedonien gehen unvermindert weiter

Trotz aller Friedensappelle aus dem In- und Ausland gehen die Kämpfe in Mazedonien unvermindert weiter. Aus den Hügeln um die Stadt Tetovo waren auch am Samstag wieder Schüsse und Explosionen zu hören.

ap TETOVO. Auch rund 30 Kilometer vor der Hauptstadt Skopje kam es offenbar zu Gefechten. Ministerpräsident Ljubko Georgievski drohte den albanischen Rebellen mit einem härteren Vorgehen der Regierungstruppen.

Die von Staatschef Boris Trajkovski angekündigte Operation, die Freischärler "zu neutralisieren und zu eliminieren", sei noch nicht richtig angelaufen, deutete Georgievski am Freitagabend an. Die politische Entscheidung dazu sei aber gefallen. "Jetzt liegt es an den Streitkräften zu entscheiden, wann die Bedingungen für eine erfolgreiche Operation günstig sind", erklärte der Ministerpräsident. Bewohner der Orte an der Grenze zum Kosovo rief die Regierung auf, ihre Häuser zu verlassen. Sie seien sonst gefährdet, Geiseln der Rebellen zu werden, hieß es.

Die EU-Staats- und Regierungschefs forderten die Regierung in Skopje auf, eine militärische Eskalation zu vermeiden. Auf ihrem Gipfel in Stockholm bekräftigten sie ihre Solidarität mit Mazedonien und gaben Präsident Trajkovski eine deutliche Note der Unterstützung im Kampf gegen die Rebellen mit auf den Weg. Gleichzeitig mahnten sie Trajkovski, politische Reformen zur Aufwertung der albanischen Minderheit in die Wege zu leiten. Auch die politischen Führer der Albaner wurden aufgefordert, sich weiterhin zum demokratischen Prozess zu bekennen und auf Dialog zu setzen.

Die USA verurteilten die von albanischen Extremisten ausgehende Gewalt. Sie ziele darauf ab, die demokratische Regierung des Landes zu schwächen, hieß es in einer Erklärung, die das Weiße Haus am Freitag im Namen von Präsident George W. Bush herausgab. Die Freischärler seien der Sache der albanischen Minderheit in Mazedonien nicht dienlich.

Zuvor hatte US-Außenminister Colin Powell die mazedonische Regierung aufgefordert, den Konflikt mit der albanischen Minderheit mit integrativen Maßnahmen zu lösen. Dazu schlug er Verfassungsänderungen vor.

De

r russische Verteidigungsminister Igor Sergejew warf unterdessen den USA und der NATO vor, das Entstehen einer neuen albanischen Untergrundarmee stillschweigend geduldet zu haben. Die NATO habe mit einer "vorurteilbehafteten Einstellung gegenüber der nichtalbanischen Bevölkerung" sogar bei der Bewaffnung und Ausbildung extremistischer albanischer Gruppen geholfen, sagte Sergejew der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Neue Gewalt in serbischer Pufferzone

Ungeachtet weiterer Friedensbemühungen für die Pufferzone zwischen Südserbien und dem Kosovo kam es am Samstag auch dort zu neuer Gewalt. Albanische Extremisten hätten nahe dem Dorf Cerevajka das Feuer auf serbische Polizisten eröffnet, sagte der stellvertretende serbische Ministerpräsident Nebojsa Covic. Der Angriff werde die am Freitag von der NATO genehmigte Rückkehr weiterer jugoslawischer Soldaten in Teile der Pufferzone aber nicht verzögern, erklärte Covic. Die Soldaten sollten ab (dem morgigen) Sonntag wieder in dem Gebiet stationiert werden.

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