Solide ohne Umsatz
Eine Anekdote über den Versuch der Ehrlichkeit

Ach ja, das Leben und Arbeiten in der New Economy ist auch nicht mehr so toll, wie es einmal war. Sorgen über Sorgen, wir wissen es alle. Doch ganz so einfach ist es nicht, sich das auch immer einzugestehen.

Probleme bereiten zum Beispiel die inoffiziellen Sprachregelungen der vergangenen zwei Jahre in der Startup-Szene. Natürlich sind Businesspläne alle super und fundiert, ist die Stimmung famos und sind die Aussichten gigantisch - so musste es stets heißen, wollte man dazu gehören. Nun aber kehrt Ernüchterung ein und damit idealerweise ein Stück mehr Ehrlichkeit.

Doch so leicht scheint es nicht zu sein, sich von den gewohnten verbalen Floskeln zu trennen. Erzählte erst neulich eine Startup-Chefin aus Wien mit lobenswerter Offenheit: "Wir sind total gefloppt und eigentlich schon Pleite." Alles habe sie umgesetzt, was Forrester und Konsorten geraten hatten, alles sei auf der Seite vertreten, was zum Aufbau einer coolen Community nötig sei. Dann aber die selbstkritische Einsicht: "Wir sind weder beim User angekommen noch hat sich das Businessmodel bewährt".

So weit so gut, doch zwei Sätze später verhaspelt sich die junge Frau trotz aller Ehrlichkeit im gewohnten Branchenslang: "Unsere Site hatte ein solides Businessmodel mit drei Revenue Streams, von denen kein einziger funktionierte." Stutzen, Denken, Staunen: So sonderlich solide kann ein Businessmodell ohne Umsätze wohl nicht gewesen sein. Es war wohl die Macht der Gewohnheit...

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