Solides Investment
Post-Aktie erhält Lob von Analysten

Durch ihre weltweite Expansion und ihr ambitioniertes Kostensenkungsprogramm sammelt die Deutsche Post derzeit Pluspunkte bei Analysten. Konkurrenten wie UPS müssen sich in Acht nehmen.

DÜSSELDORF. In konjunkturell flauen Zeiten besinnen sich Analysten gerne auf konservative Werte, die eine stabile, wenn auch wenig spektakuläre Ergebnisentwicklung versprechen. Kein Wunder, dass die Aktien von Logistikkonzernen wie der Deutschen Post und des niederländischen Konkurrenten TPG von Analysten derzeit besonders empfohlen werden.

"Logistikkonzerne sind von der konjunkturellen Talfahrt nur in einem sehr begrenzen Umfang betroffen", sagt Hartmut Moers von Sal. Oppenheim. Sie können sogar von der Flaute profitieren, indem sie ihren Kunden Logistikdienstleistungen abnehmen (Outsourcing). Für die Deutsche Post spricht außerdem, dass sie mit "Star" noch ein "Wertsteigerungsprogramm" auf den Weg gebracht hat. Durch zahlreiche Sparmaßnahmen wie die Verringerung der Anzahl der Post-Filialen will sie das Ergebnis bis 2005 auf 3,1 Mrd. Euro verbessern.

Yves Meyer-Bulow von Goldman Sachs ist davon überzeugt, dass die Deutsche Post ihre Sparziele sogar übertreffen wird. Die Anstrengungen erscheinen nötig, denn das Unternehmen hinkt seinen Wettbewerbern bei der Ertragskraft im Express- und Logistikgeschäft noch hinterher. Von hohen Renditen, wie sie etwa der US-Konkurrent UPS oder auch TPG erzielen, ist die Post noch weit entfernt. Geschlossen werden soll diese Lücke auch durch ambitionierten Aufbau des Expressgeschäftes, das hohe Renditen verspricht. Kern des Konzepts ist die Zusammenfassung aller Express- und Logistikgeschäfte unter DHL.

"Die Aktie ist wegen ihrer robusten Ergebnisdynamik mit ihren stabilen Cash-Flows aus dem Briefbereich eins der defensivsten Investments des Sektors, so dass sie in einem anhaltend schwierigen Makro-Umfeld die Märkte outperformen wird", sagt Markus Hesse von der Hypo-Vereinsbank. Vor allem die Übernahme des US-Logistikers Airborne und das Engagement von DHL/Deutsche Post in Asien wertet er als positives Signal. "Vom Wachstumstreiber Globalisierung können mittelfristig nur Anbieter profitieren, die ihren Kunden eine Netzabdeckung in Europa, Asien und Nordamerika bieten können."

In Asien läuft die Deutsche Post nach Auffassung der Analysten den Konkurrenten Fedex und UPS bereits den Rang ab. Die Beteiligung am führenden chinesischen Logistiker Sinotrans und an der Cargo-Tochter von Cathay Pacific untermauerten die starke Marktposition der Deutschen Post in Asien. Allerdings sind auch die Niederländer nicht untätig geblieben. TPG kooperiert mit Singapore Airlines und hat kürzlich die chinesische Post als Partner gewonnen.

Hesse macht aber auch auf die Folgen der Übernahmepolitik aufmerksam: signifikante Steigerung der Sachanlagen bei gleichzeitig niedriger Rentabilität. Weder im Express- noch im Logistikbereich oder bei der Postbank werde die Deutsche Post in den nächsten Jahren die Kapitalkosten erwirtschaften. Auch TPG teile im Express- und Logistikgeschäft dieses Schicksal. Langfristig werde die Post aber als die Nummer eins in Europa, die Nummer eins in Asien und die Nummer drei in Nordamerika in der Lage sein, die Kapitalkosten zu verdienen. "Das Ziel der Deutschen Post muss es sein, die führende Marktstellung im interkontinentalen Bereich auszuweiten", sagt Hesse. Nur UPS und Fedex seien hier in der Lage, mit der Post zu konkurrieren. Beide hätten sich aber zu lange und zu stark auf den Heimatmarkt und das Expressgeschäft fokussiert. TPG fehlten die Größe und die Finanzkraft, um sich global parallel in der Logistik und im Expressgeschäft zu positionieren. Hohe Renditen seien nur mit einer starken Marktstellung zu erzielen.

UPS und Fedex dominieren das US-Geschäft auf dem Boden und in der Luft und erzielen damit Gewinne oberhalb der Kapitalkosten. Das erkläre auch die vehementen Versuche, die aufkommende starke Nummer drei in den USA abzuwehren, so Hesse. Ausländer dürfen in den USA keinen beherrschenden Einfluss auf eine Luftverkehrsgesellschaft haben. Analyst Hesse erwartet aber, dass die Abwehrversuche ins Leere laufen werden.

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