Solidität des Konzerns nicht gefährdet
Allianz-Chef schließt Entlassungen vorerst aus

Der Chef des Allianz-Konzerns, Henning Schulte-Noelle, hat Entlassungen in seinem Unternehmen als Folge der Anschläge in den USA vorerst ausgeschlossen. Auf die Frage, ob der Versicherer jetzt Mitarbeiter entlassen müsse, antwortete er in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview der Zeitung "Bild am Sonntag" mit "Nein".

dpa FRANKFURT. Er bekräftigte ferner die Ankündigung vom Freitag, dass die Beiträge für Industrieversicherungsverträge steigen sollten. "Durch die Anschläge werden sich die Versicherungen für unser Breitengeschäft mit Privat- und Firmenkunden in Deutschland sicher nicht verteuern", sagte der Vorstandschef.

Die Versicherungsbranche ist nach den Anschlägen weltweit unter Druck geraten. Die Allianz hatte ihre Schadensprognose für die Anschläge am Freitag auf eine Milliarde Euro erhöht und geht nun für 2001 von einem 30-prozentigen Gewinnrückgang aus. Der Jahresüberschuss werde auf 1,7 (2000: 2,4) Mrd. ? sinken, hieß es. Schulte-Noelle unterstrich in dem Interview erneut, dass die Solidität des Konzerns nicht bedroht sei. Das Schadensvolumen der Allianz mache weniger als drei Prozent ihres Börsenwerts vom Freitag aus. Die Aktien des Konzerns hatten am Freitag 5,8 % im Minus bei 205 ? geschlossen.

Schulte-Noelle kritisierte die Erhöhung der Versicherungssteuer, die Finanzminister Hans Eichel (SPD) zur Finanzierung eines Programms für mehr Innere Sicherheit angekündigt hat. Die Frage müsse erlaubt sein, "ob es sinnvoll ist, ausgerechnet die persönliche Sicherheit zu verteuern, um mehr öffentliche Sicherheit finanzieren zu können", sagte Schulte-Noelle. Die Versicherungssteuer soll zum Jahreswechsel um einen Punkt auf 16 % steigen und neben einer Erhöhung der Tabaksteuer das Sicherheitsprogramm der Bundesregierung mit einem Volumen von drei Mrd. DM finanzieren.

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