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Sommer-Theater, letzter Akt?

Eine Schar ökonomischer Laienspieler demontiert den Telekom-Chef. Das geschockte Publikum fragt sich, wie der letzte Akt im Sommer-Theater ausgeht.

Was wären wir ohne das jährliche Polit-Theater im Sommerloch! Ein vertrautes Ritual, an dem wir uns bisher immer gerne ergötzt haben. Doch dieses Jahr verfolgen wir entgeistert das Berliner Staatsschauspiel.

Wirtschaft und Arbeitsmarkt liegen am Boden, die Finanzmärkte taumeln seitwärts, und die Stimmung der Konsumenten ist geprägt von Angstsparen. Da demontiert eine Schar ökonomischer Laienspieler, angeführt von Staats-Intendant Schröder, aus wahltaktischen Gründen auch noch den Vorstandschef der Deutschen Telekom, eines der wichtigsten Unternehmen in Deutschland.

Die Kleinaktionäre, schon stinksauer über den Wertverlust ihrer Altersvorsorge, sind jetzt auch noch genervt von einem unwürdigen Wahlkampf-Komplott. Und die Profi-Investoren, vor allem aus dem Ausland, bestrafen den deutschen Aktienmarkt bei ihren Anlagenentscheidungen ab sofort mit mehreren Punkten Politabzug.

Wenn der Aufschwung, auf den alle sehnsüchtig warten, zu einem guten Teil auch Psychologie ist, dann ist jetzt der letzte Zündfunke gelöscht.

Das geschockte Publikum fragt sich, wie es weitergeht. Wird sich "T-Ron" Sommer mit einem Mega-US-Deal einen fulminanten Abgang verschaffen und Unternehmen und Aktie unter der neuen Leitung von Sommer-Paladin Tenzer endlich wieder einen Aufschwung erleben?

Oder passiert folgendes: Sommer bleibt stur auf seinem Chefessel kleben, die T-Aktie verkommt zum Penny-Stock, Kanzler Schröder verschleißt sich im Intrigenspiel und verliert die Wahl. Der neue Staatschef Stoiber befiehlt - in gewohnt bayerischer Manier - die Rückverstaatlichung des Telefonriesen - die Aktien gibt' s schließlich für 'nen Appel und 'nen Ei. Ex-Kanzler Schröder und sein Kassenwart Eichel nehmen nach monatelanger, erfolgloser Jobsuche einen Spezialauftrag an: Sie räumen den Scherbenhaufen weg, den sie bei der Telekom angerichtet haben - Eichel als Vorstandschef, Schröder an der Spitze des Aufsichtsrates. Total verrückt, sagen Sie. Kann schon sein, aber nicht unglaublicher als das, was uns gerade im sprichwörtlichen Sommer-Theater geboten wird.

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