Sommergeschäft hat sich erholt
Reiseflaute drückt Tui tiefer in die Verlustzone

Die durch den Irak-Krieg verschärfte Reiseflaute hat Europas größten Touristikkonzern Tui im ersten Quartal tiefer in die Verlustzone gedrückt. Zugleich verzeichnet Tui seit Anfang Mai wieder steigende Buchungsumsätze.



Reuters HANNOVER. Experten hatten im Schnitt mit einem Verlust von 91 Mill. Euro gerechnet. Besonders stark stieg der operative Verlust in der Touristik, von 168 Mill. auf 250 Mill. Euro, obgleich Tui den Umsatz seiner Kernsparte im ersten Quartal um 5 Prozent auf 2,222 Mrd. Euro steigerte. Grund für das Umsatzplus ist das nunmehr erstmals vollständig einbezogene Geschäft in Frankreich. Zugleich deutet der hohe Touristikverlust nach Analystenmeinung auf einen starken Preisverfall bei Reisen infolge der Krise hin. Der Tui-Konzernumsatz ging dagegen leicht um 6,2 Prozent auf 3,774 Mrd. Euro zurück. Dagegen stieg der Konzernverlust von 83 Mill. auf 96 Mill. Euro.

Buchungsrückstand baut sich ab

Allerdings erholt sich nach Tui-Angaben das Sommergeschäft. Der Buchungsrückstand betrage aktuell noch 12,6 Prozent nach 15 Prozent zur Bilanzpressekonferenz vor zwei Wochen. Seit Kriegsende habe sich der Rückstand für das wichtige Sommergeschäft um 3 Prozentpunkte verringert. "Die durch den Krieg bedingte extreme Zurückhaltung im ersten Quartal scheint sich aufzulösen", sagte Tui-Chef Michael Frenzel. Die aktuellen Wochenumsätze lägen zur Zeit im zweistelligen Prozentbereich über dem Vorjahr.

Die Tui-Aktie verringerte nach Bekanntgabe der Zahlen ihre Kursverluste weiter. Am Abend drehte das Papier sogar leicht ins Plus und notierte bei 10,89 Euro. Grund für die Kurserholung war nach Analystenmeinung vor allem der positive Ausblick auf das Sommergeschäft. Zeitweise hatten die Kursverluste mehr als 9 Prozent betragen.

Quartalsbilanz nach Kurssturz vorgezogen



Tui hatte die ursprünglich erst für kommenden Dienstag geplante Veröffentlichung der Quartalsbilanz nach dem Kursverfall der Tui-Aktie kurzfristig vorgezogen. Auslöser für die Aktienverkäufe war ein Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Das Blatt hatte von einem operativen Quartalsverlust von 65 Mill. Euro berichtet.

Schon 2002 war bei Tui das operative Ergebnis um 25 Prozent auf 608 Mill. Euro zurückgegangen. Der Reingewinn brach auf Grund von Sondereffekten sogar um 90 Prozent auf 41 Mill. Euro ein. Für dieses Jahr will TUI allerdings das Ebta trotz erwarteter Einbußen in der Touristik mit guten Erträgen in der Logistiksparte (Hapag-Lloyd) und durch Einnahmen aus dem Verkauf der Energiesparte steigern. Die Logistik steigerte im ersten Quartal ihr operatives Ergebnis von 14 Mill. auf 38 Mill. Euro.

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