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Sommers Offensive

Ron Sommer unter Beschuss. Ron Sommer tritt zurück. Die Politik stärkt Ron Sommer den Rücken. Nachfolger für Ron Sommer gesucht. Es ist keine zwei Monate her, dass solche und ähnliche Schlagzeilen die Runde machte.

Ron Sommer, Chef der Deutschen Telekom AG hatte offenbar einfach die Fortune verlassen. Er, der mit seinem visionären Reden vom "Global Player" die Börsianer verzückte, die Deutschen zu einem Volk von Aktionären und die behäbige Postbehörde zu einem dynamischen Unternehmen machte, war enorm in die Defensive geraten. Alles Reden nutzte da nicht viel, Fernsehauftritte und Zeitungsinterviews zeigten keine Wirkung: Der Kurs der T-Aktie blieb auf unter 30 Euro und die einst treuen Aktionäre drohten plötzlich mit Schadenersatzklagen.

Gestern, auf der Bilanzpressekonferenz der Telekom, hat Sommer etwas Neues ausprobiert, um die Aktionäre und die Märkte erneut für sich einzunehmen: konkrete Prognosen für die Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr, geplantes Wachstum in Euro in Prozent. Um 15 Prozent soll der Umsatz im laufenden Jahr zulegen. Bis zu zwei Mrd. Euro soll das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen klettern und 10 bis 14 Mrd. Euro will die Telekom durch den Verkauf von Beteiligungen und von Immobilien hereinholen.

So eine Prognose hatte es seit dem Börsengang 1996 nicht gegeben, und das auch noch von Ron Sommer, der eher als der Meister der nebulösen Rhetorik gilt. Den Aktienkurs hat es nicht ungerührt gelassen. Er kletterte gestern zwischenzeitlich um etwa drei Prozent auf über 29 Euro. Alles andere muss sich zeigen, spätestens in einem Jahr, wenn die Telekom ihre nächste Bilanz vorlegt.

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