Sommerschlussverkauf beendet
Bundesligisten holen nur Schnäppchen

Mit Schließung der Transferliste am Montag um 12 Uhr sind endgültig auch die letzten Hoffnungen auf spektakuläre Verpflichtungen geplatzt. Symptomatisch für die Einkaufspolitik der Vereine waren die Bemühungen des FC Schalke 04: Nachdem die Wunschstürmer Fernando Morientes und Mikael Forssell absagten, begnügten sich die Königsblauen mit dem bereits 34 Jahre alten Österreicher Eduard Glieder vom Dorfclub SV Pasching.

HB/dpa HAMBURG. Insgesamt investierten die 18 Vereine in diesem Sommer nur gut 57 Millionen Euro in neue Spieler, davon entfallen allein 18,75 Millionen Euro auf Bayern Münchens neuen Stürmerstar Roy Makaay von Deportivo La Coruna. Im Vorjahr lagen die Transferausgaben noch bei 102,2 Millionen Euro. Im internationalen Vergleich liegt der deutsche Profifußball damit weit hinter den großen Konkurrenten Spanien, Italien und vor allem England. Allein der englische Champions-League- Teilnehmer FC Chelsea steckte dank der Finanzspritzen des russischen Ölmilliardärs Roman Abramowitsch fast 160 Millionen Euro in 13 neue Spieler.

Die deutschen Clubs stopften dagegen in den vergangenen Tagen vornehmlich mit Leihgeschäften, vereinslosen Altstars oder mit Billig-Lösungen ihre Personal-Lücken. Kurz vor Toreschluss waren am Montag noch Borussia Mönchengladbach, der VfL Bochum und der VfL Wolfsburg aktiv. Die Gladbacher verpflichteten - natürlich kostenlos - den beim VfL Wolfsburg aufs Abstellgleis geratenen Torwart-Oldie Claus Reitmaier (39) als Ersatz für den verletzten Jörg Stiel. Bochum lieh sich den erst 21 Jahre alten Verteidiger Eduardo "Edu" Goncalves (21) vom brasilianischen Zweitligisten Nautico aus. Ebenfalls in Brasilien wurden die Wolfsburger auf der Suche nach einem Leihstürmer fündig. Sie ließen Fernando Baiano (Flamengo Rio de Janeiro) einfliegen.

Mit Ausnahme von Werder Bremen, Hansa Rostock, TSV 1860 München und Bayer 04 Leverkusen, das im Rennen um den finnischen Stürmer Forssell das Nachsehen hatte, waren alle Clubs seit dem Saisonstart noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv. Als "Quantensprung" feierte Hannovers Trainer Ralf Rangnick den Zugang des brasilianischen Nationalverteidigers Kleber. Der 23-Jährige von Corinthians Sao Paolo kostet rund 700 000 Euro Leihgebühr, für weitere 2 Millionen Euro können die Niedersachsen den Linksfuß im Sommer endgültig kaufen.

Auch der Hamburger SV ging zuletzt noch einmal an die finanzielle Schmerzgrenze, um für etwa 750 000 Euro den für kommende Saison geplanten Wechsel des Nürnbergers David Jarolim vorzuziehen. Gemäß den Regeln des Fußball-Weltverbandes FIFA sind nun keine Verpflichtungen mehr möglich - erst im Januar wird der Markt noch einmal für vier Wochen geöffnet. Für die jetzt noch vertragslosen Berufsfußballer ist damit die Arbeitslosigkeit für die nächsten Monate Gewissheit - zu ihnen gehört seit Montag auch der Russe Wladimir But vom SC Freiburg.

Andere entgingen diesem Schicksal im letzten Moment: Der bei Eintracht Frankfurt ausgemusterte Serge Branco kam beim VfB Stuttgart unter, der beim 1. FC Kaiserslautern aussortierte Tomasz Klos versucht sein Glück nun beim 1. FC Köln. Aus dem fußballerischen Vorruhestand wurden Andreas Möller (35/Eintracht Frankfurt), Steffen Freund (33/1. FC Kaiserslautern) und Miroslav Stevic (33/VfL Bochum) geholt.

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