Sonde erkennt Resistenz gegen Chemotherapie
Krebsbehandlung wird auf Patienten abgestimmt

Eine neue Diagnosetechnik soll künftig dabei helfen, Chemotherapien besser auf den jeweiligen Patienten abzustimmen. Maria Wartenberg, Biophysikerin am Zentrum für Neurophysiologie der Universität Köln, hat eine Methode entwickelt, um bereits vor der ersten Behandlung zu ermitteln, wie gut eine Therapie wirken kann.

mer DÜSSELDORF. Mit Hilfe einer optischen Sonde prüft die Wissenschaftlerin bei einzelnen Fällen, wie tief die Wirkstoffe in das Tumorgewebe eindringen. "Dadurch kann dem Patienten eine verfehlte Therapie erspart werden", sagt Wartenberg.Die Methode der Kölner Forscherin zielt darauf ab, Resistenzen zu erkennen, die die Wirkung einer Chemotherapie abschwächen. In solchen Fällen sorgen Transportproteine dafür, dass die verabreichten Wirkstoffe unmittelbar wieder aus dem Tumor herausgeschleust werden. Mit Hilfe der optische Sonde lassen sich die Resistenzproteine aufspüren und ihre Aktivität und Verteilung im Tumorgewebe untersuchen.

Die Kölner Medizinerin züchtet zu diesem Zweck vom Patienten entnommene Krebszellen im Reagenzglas zu kleinen Tumoren. Diese werden mit einem markierten Chemotherapeutikum zusammengebracht. Danach wird das Gewebe mit einem gerichteten Laserstrahl des Laserrastermikroskops untersucht. Dabei lässt sich feststellen, wie tief das markierte Krebsmedikament ins Gewebe eindringt.

Wird es frühzeitig abgeblockt, deutet das auf eine recht hohe Resistenz des Patienten hin. Die Untersuchung zeigt auch, wie sich die Resistenzproteine im Tumor verteilen, und wo sie am aktivsten sind. "Es kommt nun darauf an, Substanzen zu finden, die die Resistenzproteine ausschalten", erläutert Wartenberg. Die Forscherin konnte inzwischen zeigen, dass ihre Methode unter anderem bei Prostata-, Haut- und Leberkrebs funktioniert.

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