Sonderabschreibungen belasten: UBS hält Gewinnrückgang in Grenzen

Sonderabschreibungen belasten
UBS hält Gewinnrückgang in Grenzen

Der grösste Schweizer Bankkonzern UBS hat einen Reingewinn von 3,535 Milliarden Franken erzielt. Der Rückgang von 29 Prozent im Vergleich zu den 4,97 Milliarden Franken des Vorjahres ist nach UBS-Angaben vom Dienstag vorwiegend auf eine Sonderabschreibung von 953 Millionen Franken im Zusammenhang mit der Abschaffung der Marke PaineWebber zurückzuführen.

Reuters ZÜRICH. Nach Ansicht von Konzernleiter Peter Wuffli hat sich UBS damit in einen schwierigen Umfeld nicht schlecht geschlagen und sogar Marktanteile gewinnen können.

Für das laufende Jahr zeigte sich UBS hingegen sehr vorsichtig. Das Umfeld bleibe schwierig, hiess es. Angesichts der konjunkturellen und politischen Unsicherheit sei nicht mit einer kurzfristigen Verbesserung der Finanzergebnisse zu rechnen. "Des Weiteren werden das tiefe Niveau der verwalteten Vermögen, die Zurückhaltung der Investoren und eine mögliche Verschlechterung des Kreditumfeldes die Erträge der UBS weiterhin belasten," erklärte die Bank.

Vor Goodwill und ohne diese Sonderabschreibung und bereinigt um andere finanzielle Sonderfaktoren wäre der Gewinn um zwölf Prozent auf 5,529 Milliarden Franken gesunken. Das UBS-Ergebnis steht in einem deutlichen Kontrast zu dem erwarteten Ergebnis des Nachbarkonzerns Credit Suisse, der die Zahlen Ende Monat vorlegen wird, aber bereits einen Verlust von etwa 3,4 Milliarden Franken in Aussicht gestellt hat.

Die UBS, die grösste Vermögensverwaltungsbank der Welt, verwaltete zum Jahresende Vermögen im Wert von 2037 Milliarden Franken. Ende 2001 hatte diese Zahl noch bei 2457 Milliarden Franken gelegen. Der Rückgang sei auf die Marktentwicklung und auf die Wechselkurse zurückzuführen, erklärte die UBS weiter. Per Ende September betrugen die verwalteten Vermögen 2070 Milliarden Franken.

Der Konzern konnte aber während des ganzen Jahres neues Geld hereinholen. Dies galt vor allem für die Wealth-Management-Einheiten UBS Private Banking und UBS PaineWebber, wo das Neugeld über das ganze Jahr 35,1 Milliarden Franken erreichte. Im vierten Quartal allein kam UBS auf einen Neugeldzufluss im Konzern von 9,0 Milliarden Franken.

Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von zwei Franken je Aktie erhalten. Daneben legt die UBS ein neues Aktienrückkaufprogramm auf, das bis maximal fünf Milliarden Franken reichen soll.

Die UBS musste im Berichtsjahr keine drastischen Stellenkürzungen vornehmen. Die Zahl der Beschäftigten sank um 924 auf 69 061.

Der Geschäftsertrag ging im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozent auf 34,12 Milliarden Franken zurück. Der Rückgang reflektiere die Zurückhaltung der Investoren, schwächere Handelsvolumen, anhaltende Verluste im Private-Equity-Geschäft und die marktbedingte Abnahme der verwalteten Vermögen, was tiefere Erträge zur Folge hatte. Der Geschäftsaufwand nahm um drei Prozent ab und stand bei 29,58 Milliarden Franken.

Das UBS-Ergebnis lag ersten Einschätzungen der Börse zufolge am unteren Rand der Erwartungen. Analysten hatten für das vierte Quartal in der Mehrzahl mit roten Zahlen gerechnet. Die Schätzungen reichten von einem Verlust von knapp 250 Millionen Franken bis zu einem Gewinn von rund 120 Millionen Franken. Der Neugeldzufluss sei etwas weniger hoch als erwartet und die Aussichten seien sehr vorsichtig formuliert. "Aber wenigstens sind sie ehrlich", sagte ein Aktienhändler.

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