Sonderbelastungen verhagelten im vergangenen Jahr die Bilanz
Kinowelt-Gewinn schrumpfte auf 3,7 Millionen Mark

Kosten für neue Multiplex-Kinos und für die Schließung unrentabler Filmhäuser haben der Kinowelt Medien AG im vergangenen Jahr einen Dämpfer verpasst. Das erste Quartal dieses Jahr sei aber gut angelaufen, und auch die Kino-Sparte sei jetzt rentabel, teilte das Unternehmen mit.

rtr/ap MÜNCHEN. Wie das Unternehmen am Mittwoch in München mitteilte, ging das Vorsteuerergebnis durch erhebliche Sonderaufwendungen gegenüber 1999 zurück. Der Jahresüberschuss sei 2000 auf 3,7 Mill. DM von 22,1 Mill. DM im Vorjahr gefallen, teilte das am Neuen Markt gelistete Unternehmen mit. Das Ergebnis je Aktie bezifferte Kinowelt mit 0,08 ? nach 0,54 ? 1999. Der Umsatz legte deutlich zu. Vorstandschef Michael Kölmel bestätigte die Prognosen für das laufende Jahr. Außerdem gab Kinowelt die Übernahme der restlichen 49,9 % an der Kinokette Kinopolis bekannt. Da diese Option schon im Kaufpreis beim Einstieg enthalten war, würden keine weiteren finanziellen Mittel beansprucht, hieß es.

Kinowelt hatte bereits im März vorläufige Zahlen zum Umsatz und zum operativen Ergebnis vorgelegt und dabei die Prognosen der Analysten deutlich verfehlt. Am Mittwochvormittag legten die Papiere knapp zehn Prozent auf 6,03 ? zu und erholten sich damit von dem am Vortag erreichten Rekordtief bei 4,88 ?.

"Der Ergebnisrückgang 2000 war ein einmaliger, durch Sonderfaktoren verursachter Vorgang", teilte Kölmel mit. Vor allem Abschreibungen im Bereich Merchandising, Anlaufkosten für vier neue Multiplex-Kinos und Schließungskosten für sechs unrentable Filmtheater hätten das Ergebnis belastet. Außerdem habe sich die Steuerquote auf 88 % erhöht, weil die Verluste der 65-prozentigen Beteiligung Brameier Fanworld AG nicht verrechnet werden konnten. "Die Entwicklungen im ersten Quartal bestätigen unsere Prognose für 2001", fügte Kölmel hinzu. Demnach rechnet die Gruppe mit einem Umsatz von 700 (2000: 605) Mill. DM und einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 110 (49) Mill. DM.

Unternehmen setzt auf Wachstum im Kinomarkt

In Zukunft wolle Kinowelt vor allem die Chancen nutzen, die sich aus der Neuordnung des deutschen Kinomarktes ergäben, hieß es in der Pflichtmitteilung weiter. Dazu habe das Unternehmen die restlichen 49,9 % an Kinopolis zum 1. April übernommen. Bereits beim Einstieg im Mai 2000 hatte sich Kinowelt die Option für eine Komplettübernahme gesichert. "Die positive Entwicklung der ersten Monate des laufenden Jahres im Kinomarkt bestätigt den Entschluss, uns stärker im Kinobetrieb zu engagieren", erklärte Kölmel.
Nach der Ansicht von Analysten wird Kinowelt allerdings noch zwei bis drei Jahre brauchen, um mit den Multiplex-Kinos Gewinne zu machen. "Kinowelt hat sich in dem schwachen Markt für Multiplexkinos noch die attraktivsten herausgepickt", sagte Roland Pfänder von der BHF-Bank. Auch Hypo-Vereinsbank-Analyst Volker Bosse rechnet noch mit Belastungen durch die bevorstehende Bereinigung des Kinomarktes, in dem es deutlich zu viele Kinos gebe. Aus Marketing- und Vertriebsgesichtspunkten sei die Übernahme von Kinopolis für Kinowelt allerdings positiv zu sehen, da sich das Unternehmen eine weitere Verwertung seiner Filmrechte erschließe. Die Kinowelt-Aktie bewertet Bosse mit "Outperformer".

Die finanzielle Lage sieht Kinowelt als gesichert an. Mit einem Eigenkapital von 666,7 Mill. DM und einer Eigenkapitalquote von 27 % weise das Unternehmen eine solide Finanzstruktur auf. "Auf Basis der erheblichen Substanz des Unternehmens ist die Finanzierung der planmäßigen Unternehmensentwicklung gesichert", erklärte Finanzvorstand Eduard Unzeitig. Die liquiden Mittel zum Jahresende 2000 bezifferte ein Sprecher mit 264,1 (Vorjahr: 239,8) Mill. DM.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%