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Sondereinheit soll Karadzic ergreifen

Die Den Haager Chefanklägerin Carla Del Ponte wundert sich nicht, dass die jüngste Jagd auf den mutmaßlichen Kriegsverbrecher fehlschlug. Sie fordert die Bildung einer zivilen Sondereinheit, um Karadzic zu stellen.

rtr NEW YORK. Die Chefanklägerin des UNO-Kriegsverbrechertribunals Carla del Ponte hat sich für die Bildung einer Sondertruppe ausgesprochen, um den wegen Kriegsverbrechen gesuchten früheren Chef der bosnischen Serben, Radovan Karadzic, zu ergreifen. Es überrasche sie nicht, dass die beiden jüngsten Versuche einer Festnahme fehlgeschlagen seien, sagte Del Ponte am Mittwoch in New York: "Man kann keinen Flüchtigen fassen, wenn man 200 Soldaten vom Hauptquartier in ein Dorf schickt." Es müsse eine Truppe in Zivil gebildet werden, so dass Dorfbewohner die Gesuchten nicht vorher warnen könnten. Dies sei jedoch von der internationalen Friedenstruppe in Bosnien Sfor abgelehnt worden. Vor drei Wochen hatte die Sfor in zwei groß angelegten Operationen vergeblich versucht, Karadzic in Bosnien festzunehmen. Del Ponte warf der jugoslawischen Regierung in Belgrad vor, nicht mit ihrem Tribunal zusammenzuarbeiten und den früheren Militär-Chef der bosnischen Serben, Ratko Mladic, zu schützen. Es sei nur eine Frage des politischen Willens, Mladic festzunehmen und ihn ausliefern, sagte Del Ponte. Karadzic und Mladic werden wegen Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992-95) gesucht und sollen auch im Prozess gegen den früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic aussagen.

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