Sonderprüfung durchgesetzt
Swissair erhält Finanzspritze von einer Milliarde Franken

Die angeschlagene Schweizer Fluglinie Swissair soll eine Finanzspritze von einer Milliarde Franken erhalten. Das wurde am Mittwoch bei der Hauptversammlung des Dachkonzerns SAir-Group in Zürich bekannt gegeben.

dpa ZüRICH. Das zusätzliche Kapital soll von der Credit Suisse First Boston, der Deutschen Bank und der City Bank kommen. Gleichzeitig setzten sich der Schweizer Bund und der Kanton Zürich mit der Forderung nach einer Sonderprüfung für den Konzern durch, nachdem 2000 ein Verlust von 2,88 Mrd. Franken eingeflogen worden war. Der SAir-Vorstand verzichtete daraufhin auf Entlastung durch die Aktionäre.

Der Versammlung wurde vom Vorstand auch mitgeteilt, dass die SAir-Group, die ab sofort Swissair-Gruppe heißt, aus den Beteiligungen bei den französischen Fluglinien AOM und Air Liberté aussteigen will. Die Mehrheitsaktionäre Taitbout und die Swissair-Group stellten letztmalig bis zum 30. Juni Mittel von je 115 Mill. Franken zur Verfügung, um die Vorbereitungen für einen Sanierungsplan zu ermöglichen. Bis Ende Juni werde entschieden, ob dieser akzeptiert werden könne oder ob die Liquiditätszufuhr gestoppt werde.

Sonderprüfung soll Klärung bringen

Als erster Sieg der Konzernspitze unter dem erst kürzlich vom Nestlé-Konzern zu SAir gekommenen Manager Mario Corti war zunächst die Genehmigung der Jahres- und Konzernrechnung gewertet worden. Nur ein auf 14 % bezifferter Stimmenanteil votierte dagegen. Insgesamt waren auf der Versammlung 39,4 % des Aktienkapitals vertreten. Dann jedoch setzten sich der Bund und der Kanton Zürich mit der Forderung einer unter richterlicher Aufsicht stattzufindenden Sonderprüfung durch. Sie wurden von einer Schutzgemeinschaft für SAir-Group-Aktionäre unterstützt. Die Sonderprüfung verlangt die Klärung rund um die Beteiligungen, die Finanzen sowie die Information der Aktionäre.

An der Hauptversammlung der krisengeschüttelten Airline am Zürcher Flughafen nahmen deutlich weniger Aktionäre als erwartet teil. Von 20 000 angemeldeten Anteilseignern kamen nur rund 5300. Corti räumte das Scheitern eines eigenen Flugverbundes ein. Auch müsse die Kontrolle im Konzern verbessert werden. Er plant, die Konzernstruktur stark zu vereinfachen.

Während der Hauptversammlung sackten die Kurse des Flugverkehrskonzerns an der Schweizer Börse ab, schlossen dann aber doch noch mit 111 Franken und damit 1,37 % höher als am Vortag. Wie es hieß, hat die Gruppe im ersten Quartal 2001 den Umsatz um 8,2 % gesteigert.

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