Sonderrückstellung
Vontobel: y-o-u-Pleite kostet max 250 Mill. sfr

Gravierende Mängel waren der Grund, dass das Projekt einer Internet-Bank scheiterte. Analyse: Das Finanzgebaren Schweizer Manager

vwd ZÜRICH. Die vom Verwaltungsrat der Vontobel Holding AG, Zürich, veranlassten Untersuchungen um die gescheiterte Internet-Bank y-o-u sind abgeschlossen. Die Befunde hätten sich erhärtet und seien ergänzt worden, teilte Vontobel am Dienstag mit. Die bankengesetzliche Revisionsstelle der Vontobel-Gruppe, Ernst & Young, nenne in ihrem Bericht eine Reihe gravierender Mängel, erklärte Vontobel. Darunter sei die ungenügende Wahrnehmung der Funktion des CFO, eine mangelnde Ausübung der Oberleitung und eine schlechte Kontrolle. Die personellen Konsequenzen habe Vontobel bereits am 14. März gezogen worden, hieß es.

Die im März vorgenommene Sonderrückstellung von 100 Mill. sfr zu Lasten der Konzernrechnung 2000 für die Liquidation des y-o-u-Projektes sollten nach derzeitigem Kenntnissstand ausreichen, erklärte Vontobel weiter. Somit habe das Projekt mit maximal 250 Mill. sfr zu Buche geschlagen. Dagegen belaste ein marktbedingter Abschreibungs- und Wertberichtigungsbedarf auf größeren Wertschriftenpositionen, der bis Ende April bei rund 75 Mill. sfr gelegen habe, die laufende Rechnung. Vontobel schätzt, dass das Ergebnis des ersten Halbjahres deshalb "markant" unter dem des Vorjahres liegen werde.

Der Präsident der Vontobel Holding, Hans-Dieter Vontobel, hat am Dienstag bestätigt, dass durch die y-o-u-Pleite keine Kunden zu Schaden gekommen sind. Die unsauberen Vorfälle seien an internen Scharnieren der Gruppe und im Außengeschäft mit Drittunternehmen abgelaufen. Den Schaden, vorab finanzieller Natur, tragen die Aktionäre. Für das Gesamtjahr herrscht trotz eines anstehenden schwierigen ersten Halbjahres bei der Bank Vontobel Zuversicht. Besondere Hoffnung gilt dabei dem zweiten Halbjahr. Robert Zingg, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bank Vontobel, wertete 2001 bereits jetzt als "Zwischenjahr, das uns alle außergewöhnlich fordert."

Nach Schaffung der Einheits-Namenaktie per 11. Juni will sich die Vontobel-Gruppe mit einer Stimmrechtsbeschränkung auf zehn Prozent vor feindlichen Ubernahmen schützen. Der Stimmrechtsanteil des Aktionärspool aus Familie, Stiftung und Management wird dann noch 61,5 % betragen. 38,5 % sind dann im Streubesitz. Ab 2002 will Vontobel zudem nach IAS bilanzieren.

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