Sondersitzung des israelischen Sicherheitskabinetts
Zwei Tote nach Bombenanschlag in Israel

Bei der Explosion einer Autobombe sind in der nordisraelischen Stadt Hadera am Mittwoch Rundfunkberichten zufolge mindestens vier Menschen getötet worden. Mindestens 20 Personen wurden verletzt. Wie es hieß, explodierte die Autobombe zur Hauptverkehrszeit in der Innenstadt in der Nähe eines Busses.

ap HADERA. In Nordisrael sind beim zweiten Bombenanschlag auf einen israelischen Bus in dieser Woche mindestens zwei Menschen getötet und rund 30 verletzt worden. Der Sprengsatz wurde am Mittwoch in der nordisraelischen Stadt Hadera im abendlichen Berufsverkehr gezündet. Ministerpräsident Ehud Barak verurteilte den neuerlichen Anschlag als Barbarei und machte letztendlich den palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat dafür verantwortlich. Zuvor hatten israelische Soldaten vier Palästinenser, darunter einen Kommandeur von Arafats El Fatah, erschossen.

Barak drohte in einer Erklärung zu dem Anschlag: "Der israelische Staat wird die Rechnungen mit den Tätern und jenen begleichen, die sie geschickt haben." Arafat habe in den vergangenen Wochen Dutzende Extremisten aus den Gefängnissen entlassen und seine Leute ermutigt, Israelis anzugreifen. Arafats Chefberater Tajeb Abdel Rahim wies Baraks Vorwürfe zurück. Der Ministerpräsident wolle damit nur die Angriffe auf Palästinenser rechtfertigen. Barak berief sein Sicherheitskabinett zu einer Krisensitzung ein.

Rauch stieg über den Geschäftsstraßen von Hadera auf. Ein Augenzeuge sagte, er habe nach der Explosion Menschen mit abgerissenen Gliedmaßen gesehen. Der Bus habe gerade den Busbahnhof verlassen und habe ein Auto passiert, als die Bombe explodierte. Der Direktor des Hillel-Jaffe-Krankenhauses, Meir Oren, sagte, in sein Haus seien zwei Tote und vier Schwerverletzte gebracht worden. Die Zahl der Verletzten schätzte er auf rund 30. Hadera liegt 50 Kilometer nördlich von Tel Aviv.

Im Gazastreifen eröffneten Stunden zuvor israelische Soldaten das Feuer auf zwei Autos. Ein israelischer Militärsprecher sagte, beim Versuch der Festnahme von Dschamal Abdek Rasek habe dessen Auto versucht, die Straßensperre nahe der jüdischen Siedlung Morag zu durchbrechen. Bei den anderen Toten handle es sich um Mitglieder der mit der Fatah verbündeten Tansim-Miliz. Israel machte Abdek Rasek für zahlreiche Schießereien und Anschläge der vergangenen Wochen verantwortlich. Der palästinensische Sicherheitschef im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, warf Israel vor, einen "barbarischen Mordanschlag" verübt zu haben.

Arafat: Dauerhafte Friedenslösung bleibt das Ziel

Die jüngste Eskalation der Gewalt im Gazastreifen begann Anfang der Woche mit einem Bombenanschlag auf einen israelischen Schulbus. Dabei wurden zwei erwachsene Begleiter getötet. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin Angriffe auf Ortschaften im Gazastreifen. Am Dienstag wurde dann ein 18-jähriger Bewohner einer jüdischen Siedlung erschossen. Mit Panzersperren wurde der Gazastreifen am Mittwoch faktisch in zwei Hälften geteilt. Kettenfahrzeuge und Schützenpanzer bezogen nach Angaben eines Militärsprechers Stellung und hinderten Palästinenser daran, vom Norden in den Süden des Gazastreifens zu gelangen.

In Kairo sagte Arafat, er wolle einen Frieden, der die Rechte seines Volkes schütze. Die israelischen Angriffe änderten nichts an dem grundsätzlichen Ziel der Palästinenser, eine dauerhafte Friedenslösung herbeizuführen. Den blutigen Unruhen im Westjordanland und im Gazastreifen fielen seit dem 28. September mehr als 240 Menschen zum Opfer, die meisten von ihnen Palästinenser.

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