Sonderuntersuchung erweitert
Comroad wirft Gründer Bodo Schnabel raus

Der Aufsichtsrat des Telematik-Anbieters Comroad hat dem Firmengründer und Vorstandschef Bodo Schnabel gekündigt.

vwd/rtr UNTERSCHLEISSHEIM. Die im Nemax50 notierten Aktien brachen zeitweise um knapp 20 Prozent ein. Comroad teilte am Freitag in Unterschleißheim bei München mit, der Aufsichtsrat habe am Donnerstagabend beschlossen, die Bestellung des Vorstandsvorsitzenden Schnabel zu widerrufen und dessen Anstellungsvertrag fristlos zu kündigen. Zu den Gründen wurden keine Angaben gemacht. Beim Unternehmen war zunächst kein Sprecher für eine Stellungnahme zu erreichen.

Der Aufsichtsrat beschloss weiter, die Ende Februar eingeleitete Sonderprüfung des Unternehmens weiterzuführen und den Prüfungsauftrag auf die Jahre 1998 bis 2000 zu erweitern. Auch hierzu waren zunächst keine Begründung zu erhalten. Die am Neuen Markt notierten Aktien verlor in der Spitze knapp 20 Prozent an Wert. Bis zum Mittag konnten die Titel teilweise ihre Verluste wieder abbauen und lagen noch mit rund zwei Euro knapp neun Prozent unter ihrem Schlusskurs vom Vortag. Seit Jahresbeginn büßten die Aktien rund 80 Prozent ein, vor Jahresfrist waren die Papiere noch bei rund 53 Euro gehandelt worden.

Comroad war in den vergangenen Wochen wegen Gerüchten über angeblich nicht existierende Geschäftsbeziehungen zu Partnern in Asien in die Schlagzeilen geraten. Auch sollen Presseberichten zufolge die tatsächlich getätigten Umsätze des Unternehmens nicht den berichteten entsprechen. Das Unternehmen hatte die Vorwürfe beständig dementiert. Ende Februar hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG ihr Mandat zur Feststellung des Jahresabschlusses niedergelegt. KPMG begründete den Rückzug mit Zweifeln an der Vertrauenswürdigkeit von Comroad und warfen unter anderem vor, nicht existierende Geschäftsbeziehungen mit Asien verbucht zu haben. Das Unternehmen wollte bis zuletzt dennoch im März seine Geschäftszahlen für 2001 vorlegen. Die Hessische Börsenaufsicht hat Strafanzeige gegen Comroad wegen des Verdachts auf Kursmanipulation gestellt.

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