Sondierungsgespräche
Grüne skeptisch gegenüber Ampelkoalition

Nach der Berliner Abgeordnetenhauswahl haben sich die Grünen für zügige Sondierungsgespräche ausgesprochen.

ap BERLIN. Den Chancen einer Ampelkoalition stehen die Grünen jedoch skeptisch gegenüber. Zwischen FDP und Grünen gebe es in vielen Punkten "höchst unterschiedliche Auffassungen", sagte Grünen-Spitzenkandidatin Sibyll Klotz am Montag.

Dabei nannte sie vor allem die Verkehrs- und Sozialpolitik. Zunächst wollen die Grünen möglichst zügig Sondierungsgespräche mit der SPD führen. Noch am Montag werde es zu einer ersten "Kontaktaufnahme" mit dem bisherigen Koalitionspartner kommen.

Klotz wies darauf hin, dass eine Ampelkoalition nur eine sehr knappe Mehrheit im Parlament haben würde. Zudem sei die FDP, die bisher nicht im Abgeordnetenhaus vertreten war, personell und inhaltlich noch eine "unbekannte Größe".

Über eine mögliche Beteiligung an einem Regierungsbündnis zwischen SPD und PDS besteht bei den Grünen Uneinigkeit. Während Klotz sich dagegen aussprach, wollte sich Landesparteichefin Regina Michalik die Option offen halten: "Wir schließen zurzeit nichts aus." Die Grünen hatten bei der Wahl am Sonntag 9,1 % der Stimmen erhalten und damit 0,8 % weniger als bei der letzten Wahl 1999. Die SPD hat als stärkste Partei die Optionen mit FDP und Grünen oder mit der PDS zu koalieren. Eine große Koalition mit der CDU hatten die Sozialdemokraten bereits vor der Wahl ausgeschlossen.

Indirekt Kritik an Bundespartei

Das Ergebnis ihrer Partei wertete Klotz als "eindeutigen Erfolg". Die leichten Verluste führte sie unter anderem auf die von der Bundesregierung unterstützten Militärschläge gegen Afghanistan zurück. Michalik griff in diesem Zusammenhang indirekt die Bundespartei an. 90 % der Grünen-Wähler seien für eine Pause der Bombardements in Afghanistan. Vor diesem Hintergrund müsse man sich wundern, dass die Grünen nur 0,8 % verloren hätten. Darüber werde mit dem Bundesvorstand zu reden sein.

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