Sondierungsgespräche laufen angeblich
RTL und Canal Plus erwägen Sportfive-Verkauf

Die RTL Group und Canal Plus prüfen offenbar den Verkauf ihrer Anteile an dem Sportrechtevermarkter Sportfive. An mögliche Interessenten seien bereits entsprechende Schreiben verschickt worden, so ein Zeitungsbericht.

HB FRANKFURT/PARIS. Die beiden TV-Konzerne RTL Group und Canal Plus prüfen nach Angaben aus mit der Situation vertrauten Kreisen den Verkauf ihres Sportrechtevermarkters Sportfive.

Erste Sondierungsgespräche mit verschiedenen Interessenten liefen bereits, hieß es am Montag in den Kreisen. "Diejenigen, die Interesse bekundet haben, haben Zugang zu Details bekommen", sagte ein mit den Gesprächen Vertrauter. Eine Entscheidung, Sportfive tatsächlich zu verkaufen, sei aber noch nicht gefallen. "Der Preis muss stimmen." Die Bank BNP Paribas sei damit beauftragt, mögliche Interessenten ausfindig zu machen, bestätigten weitere unternehmensnahe Kreise Angaben der "Financial Times Deutschland". Es gebe ein Verkaufsprospekt, aber keine vertiefte Wirtschaftsprüfung (Due Diligence). Sprecher der RTL Group und von Canal Plus lehnten einen Kommentar zu den Angaben ab.

Unter den Interessenten seien der Werbekonzern Publicis mit seiner Vermarktungstochter International Sports and Entertainment, die zur WPP-Gruppe gehörende Global Sportnet und das US-Werbeunternehmen Interpublic mit seiner Tochter Octagon, hieß es in den Kreisen.

Sportfive war 2001 aus der Fusion der Sportrechtegeschäfte von Bertelsmann, der französischen Vivendi und der Group JC Darmon des jetzigen Sportfive-Chefs Jean-Claude Darmon hervorgegangen. Die Bertelsmann-Tochter RTL und die Vivendi-Tochter Canal Plus halten jeweils 46,41 % an Sportfive, Darmon 4,97 %. "Natürlich kann auch nur einer der Partner verkaufen, es gibt viele verschiedene Möglichkeiten", hieß es in den Kreisen. Der französische Fernsehkanal hat angekündigt, sich zunehmend auf das PayTV-Geschäft in Frankreich konzentrieren zu wollen.

Im vergangenen Jahr erzielte der Sportfive, die unter anderem Fußballclubs wie Borussia Dortmund, AC Mailand oder Ajax Amsterdam und die Boxbrüder Wladimir und Vitali Klitschko vermarkten, einen Umsatz von 638,7 Mill. ? und einen operativen Gewinn von 42,5 Mill. ?. Wegen Firmenwert-Abschreibungen fiel unter dem Strich aber einen Verlust von 134,6 Mill. ? an.

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