Sondierungsgespräche laufen
MAN-Lkws sollen nach China rollen

Die MAN Nutzfahrzeuge AG führt in China Sondierungsgespräche über eine Firmenkooperation. So könnte sich das zum MAN-Konzern gehörende Unternehmen Zugang zum schnell wachsenden chinesischen LKW-Markt verschaffen.

Reuters MÜNCHEN. MAN Nutz führe Sondierungsgespräche mit unterschiedlichen Akteuren, sagte Firmenchef Hakan Samuelsson der Zeitung "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). "Realistisch haben wir Möglichkeiten im Premiumsegment, bei schweren Lkw", fügte er hinzu. "Wenn wir in China bei Lkw etwas mit einem Partner machen, dann muss das innerhalb von ein oder zwei Jahren passieren", sagte er.

Ein Sprecher des im Dax notierten Nutzfahrzeug- und Maschinenbauers MAN in München sagte nicht, mit welchen chinesischen Unternehmen über eine solche Kooperation verhandelt werde. Bislang hatte sich MAN Nutz bei Lkw weitgehend auf Mitteleuropa beschränkt, besonders stark ist das Unternehmen in Deutschland und Österreich. MAN Nutz ist gemessen am Umsatz die größte Konzernsparte der MAN AG.

In China ist MAN Nutz mit einem Gemeinschaftsunternehmen für die Produktion und den Vertrieb von Omnibus-Chassis vertreten. Diese Kooperation mit dem Bushersteller Yutong sehe MAN als Prüfstein für ein Lkw-Engagement, sagte Samuelsson.

Auch andere Lkw-Bauer bemühen sich, mit Hilfe einer Kooperation Zugang zum chinesischen Nutzfahrzeug-Markt zu erhalten. Dabei hat Weltmarktführer Daimler-Chrysler zuletzt offenbar einen Rückschlag erlitten. Aus firmennahen Kreisen war im Januar verlautet, Daimler-Chrysler habe Kooperationsgespräche mit dem größten chinesischen Lkw-Hersteller FAW abgebrochen.

Ob nun MAN mit FAW verhandelt, ist nicht bekannt. Analysten sehen dieses Unternehmen aber als attraktivsten chinesischen Partner für eine Lkw-Kooperation. Samuelsson bekräftigte, im Lkw-Geschäft werde MAN im laufenden Jahr einen Gewinnschub verzeichnen. Dazu solle trotz eines stagnierenden Marktes der Absatz gesteigert werden: "Der Gesamtmarkt für Lkw wird 2003 im Vergleich zu 2002 kein Wachstum zeigen. Wir wollen bis zu fünf Prozent mehr Lkw verkaufen."

Zum problematischen Busgeschäft sagte er: "2003 wollen wir bei den Bussen die Verluste aus 2002 halbieren. 2004 müssten wir die Gewinnschwelle schaffen, irgendwo im zweiten Halbjahr, würde ich schätzen." Die MAN-Aktie wurde am Nachmittag in einem freundlichen Umfeld 2,6 Prozent höher mit 13,68 Euro notiert.

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