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Sonera verkaufte mit Telekom-Billigung 21,9 Mill. T-Aktien

Die Deutsche Telekom hat die finnische Sonera von der Verpflichtung der Haltefrist für T-Aktien entbunden und dem verschuldeten Telekom-Konzern damit den vorzeitigen Verkauf von 21,9 Mill. Aktien der Deutschen Telekom ermöglicht.

Reuters BONN. Die Telekom habe von der Möglichkeit einer solchen Entbindung Gebrauch gemacht, teilte der Bonner Konzern am Sonntag mit. Sonera habe dann von Anfang Juli bis Ende August 21,9 Mill. T-Aktien zum durchschnittlichen Preis von 25,75 ? je Aktie verkauft. Ein Telekom-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine solche Entbindung sei aber ausschließlich Sonera gewährt worden, so das mit weiteren vorzeitigen Verkäufen von T-Aktien nicht gerechnet werden muss.

Die Telekom hatte bei dem Kauf der US-Firmen VoiceStream und Powertel deren frühere Aktionäre, darunter Sonera, unter anderem mit 1,1 Mrd. Telekom-Aktien bezahlt, die neuen Eigentümer aber dazu verpflichtet, die Aktien eine bestimmte Zeit zu halten. Zuletzt hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass sich Telekom-Großaktionäre in den kommenden Wochen und Monaten von ihren T-Aktien trennen und damit den Kurs massiv belasten könnten. Dies hatte den Kurs der Aktie zeitweise um mehr als 30 % einbrechen lassen. Am Freitag hatten sich die Papiere aber etwas erholt und 8,5 % auf 18,04 ? zugelegt.

Die Telekom teilte am Sonntag weiter mit, die Verkäufe aus dem Sonera-Bestand seien über die Bank Dresdner Kleinwort Wasserstein abgewickelt worden. Die T-Aktien hätten dabei nach Absprache mit der Telekom in kleinen Paketen marktschonend platziert werden dürfen, wobei Verkäufe während Marktturbulenzen untersagt gewesen seien.

Außer Sonera seien keine anderen Firmen von ihren Haltefristen entbunden worden, sagte ein Telekom-Sprecher. "Es hat meines Wissens keine Gespräche mit anderen gegeben." Dies gelte sowohl für Haltefristen, die bis Anfang September gelten als auch für solche bis Anfang Dezember. Sonera verfüge jetzt noch über zwölf Mill. T-Aktien, die zwischen Anfang September und Ende November verkauft werden könnten und über weitere 40 Millionen, die ab Anfang Dezember veräußert werden dürften.

Nach Angaben aus Kreisen hatten sowohl die Deutsche Telekom als auch Sonera Interesse an der Vereinbarung. Sonera habe schnell Geld für die Bedienung von Schulden geraucht, hieß es in Branchenkreisen. Sonera muss bis Ende Oktober 900 Mill. ? tilgen. Der Telekom wiederum sei auf Grund der finanziellen Situation bei Sonera klar gewesen, dass sich der finnische Konzern sehr schnell von seinen Anteilen trennen müsse. Dabei habe die Telekom ein großes Interesse daran gehabt, dass der Verkauf der T-Aktien aus dem Sonera-Besitz ohne eine Belastung des Kurses der T-Aktie ablaufe.

"Die überwältigende Mehrzahl der Verkäufe wurden über dem täglichen volumengewichteten Durchschnittspreis getätigt und hatte keinen Einfluss auf den Kurs der T-Aktie", teilte Telekom - Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick zu der Sonera-Entbindung weiter mit. "Diese Verkäufe belegen gegenüber allen Aktionären der Deutschen Telekom, dass der Kapitalmarkt T-Aktien ohne negativen Einfluss auf den Aktienpreis aufzunehmen vermag."

Nach Ablauf der Haltefristen können ehemalige VoiceStream- Aktionäre ihre Telekom-Anteile schrittweise wieder verkaufen. Anfang August hatte die bereits die Hongkonger Gruppe Hutchison 44 Mill. solcher T-Aktien verkauft. Anfang September beziehungsweise Dezember laufen die Haltefristen für zusammengerechnet rund 550 Mill. T-Aktien aus, was mehr als zehn Prozent des Kapitals der Gesellschaft entspricht.

Die Telekom hatte jüngst erklärt, sie erwarte kurzfristig einen Rückfluss von bis zu 100 Mill. T-Aktien. Analysten hatten indes auch deutlich höhere Zahlen für möglich gehalten. Im Zuge dieser Sorgen hatte die Telekom-Aktie in den vergangenen Wochen mehr als 30 % an wert verloren und war bis auf 16,07 ? gefallen, den tiefsten Stand seit rund dreieinhalb Jahren. Am Freitag war die T-Aktie indes zeitweise um mehr als neun Prozent bis auf 18,20 ? gestiegen. Händlern hatten dazu erklärt, allmählich wachse das Vertrauen in den Bonnern Konzern und seine Banken wieder, dass der anstehende Aktienrückfluss kontrolliert und damit ohne übermäßige Belastung für den Kurs ablaufen könnte. Einige Großaktionäre der Telekom hatten zuvor erklärt, dass sie derzeit nicht beabsichtigten, ihre T-Aktien in Kürze abzugeben.

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