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«Sonnenkönig» Schumacher holt 9. SaisonsiegDPA-Datum: 2004-07-04 18:46:21

Magny-Cours (dpa) - Dank einer historischen Rennstrategie von Ferrari-Superhirn Ross Brawn hat sich Michael Schumacher durch seinen siebten Sieg in Magny-Cours zum «Sonnenkönig» von Frankreich gekrönt.

Magny-Cours (dpa) - Dank einer historischen Rennstrategie von Ferrari-Superhirn Ross Brawn hat sich Michael Schumacher durch seinen siebten Sieg in Magny-Cours zum «Sonnenkönig» von Frankreich gekrönt.

Der sechsmalige Formel-1-Weltmeister gewann auf seiner Paradestrecke bereits sein neuntes Saisonrennen und kann sich damit im Kampf um seinen siebten Titel nur noch selbst schlagen. «Kronprinz» Fernando Alonso bescherte Renault mit seinem zweiten Platz ein erfolgreiches Heimrennen. Schumachers brasilianischer Teamkollege Rubens Barrichello belegte den dritten Rang vor Jarno Trulli im zweiten Renault. David Coulthard und Kimi Räikkönen feierten als Sechster bzw. Siebter eine gelungene Premiere im neuen McLaren-Mercedes MP4-19B.

«Ich denke, es wird in die Geschichte eingehen, dass man mit vier Stopps gewinnen kann», meinte Schumacher. «Ich glaube, wir waren die Ersten, die das mit Absicht gemacht haben.» Technik-Direktor Brawn hatte mit einem genialen Schachzug in dem von der Taktik bestimmten Rennen nach dem zweiten Stopp die entscheidende Strategie-Änderung angeordnet. «Einfach großartig, dass die Strategie geklappt hat», jubelte der Rheinländer, «grandios - das war die Grundlage zum Sieg. Ohne Risiko kein Spaß.»

Im Land von «Sonnenkönig» Ludwig XIV., der Frankreich im 17. Jahrhundert regierte, triumphierte der Kerpener dank der außergewöhnlichen Vier-Stopp-Strategie und einer erneut brillanten fahrerischen Leistung in 1:30:18,133 Stunden. Der Spanier Alonso, der nur drei Mal zum Service vorfuhr, hatte nach 70 Runden 8,329 Sekunden Rückstand. In der WM-Wertung baute der 79-malige Grand-Prix-Sieger seinen Vorsprung mit 90 Punkten weiter aus. Zweiter bleibt Barrichello (68) vor dem Briten Jenson Button im BAR-Honda (48) und Trulli (46). Jordan-Pilot Nick Heidfeld (Mönchengladbach) kam nach einer unscheinbaren Vorstellung auf den 16. Platz.

Auf einer unfallfreien Startrunde verteidigte Alonso seine Pole Position vor Schumacher nicht nur, er baute den Vorsprung zunächst sogar aus. Der Schotte David Coulthard verlor im neuen «Silberpfeil» dagegen zwei Plätze und nahm im neuen MP4-19B als Fünfter die Verfolgung auf. Spannung kam vor 70 000 Zuschauern auf dem Retortenkurs in der französischen Provinz aber nicht auf - auch nicht, als Schumacher schon in der elften Runde zum Boxenstopp vorfuhr, Alonso kam drei Runden später an die Box. «Michaels Strategie hat uns richtig überrascht», gab der Spanier zu.

Im Spitzenquintett gab es auch nach 25 Umläufen und den ersten Boxenstopps keine Positionsveränderungen. Aber dann drehte Schumacher auf und setzte sich dank zweier superschneller Runden und Alonsos zweitem Reifenwechsel (32. Runde) an die Spitze. Auch nach seinem dritten (43. Runden) und überraschenden vierten Halt (58.) konnte Schumacher locker seine Führung behaupten. Mit einer beherzten Attacke in der vorletzten Kurve verdrängte Barrichello den Italiener Trulli noch von Position drei.

Für Williams-BMW endete das Rennen mit einer erneuten Enttäuschung: Der Kolumbianer Juan Pablo Montoya holte als Achter nur einen Punkt, verlor durch einen Dreher aber drei Plätze. Ersatzmann Marc Gené kam als Zehnter ins Ziel. Der 30 Jahre alte Spanier musste für Ralf Schumacher einspringen, der sich am 20. Juni beim Grand Prix der USA schwer verletzt hatte. Bei dem Horrorunfall in der Steilkurve von Indianapolis hatte sich der Kerpener zwei Brustwirbel gebrochen. Nun will er gegen die Ärzte im Methodist Hospital klagen, die die lebensgefährliche Verletzung «übersehen» hatten.

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