Sonntagsarbeit expandierte laut DIW am stärksten in der Dienstleistungsbranche
Deutsche arbeiten seltener sonntags als EU-Nachbarn

Trotz des Wandels zur Dienstleistungsgesellschaft rangiert Deutschland bei der Sonntagsarbeit im unteren Drittel der EU-Staaten. Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ergab, dass Deutschland mit einer Quote von 23 % deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 30 % liegt. Am stärksten expandierte die Sonn- und Feiertagsarbeit in den vergangenen drei Jahren bei Dienstleistungen.

ap BERLIN. Insgesamt betrug die Zahl derjenigen, die in Deutschland regelmäßig, ständig oder gelegentlich sonntags arbeiten, laut DIW im Frühjahr vergangenen Jahres 8,5 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme um eine halbe Million Menschen in den vergangenen drei Jahren. Es gebe nun vor allem mehr Beschäftigte, die gelegentlich an Sonntagen arbeiten, heißt es in dem DIW-Wochenbericht. Demgegenüber sei die Zahl der ständig sonntags Arbeitenden leicht gesunken. Sonntagsarbeit verteile sich somit auf mehr Schultern, erklärten die Autoren.

Die Sonntagsarbeit bei Frauen habe in dem Maße zugenommen wie die Teilzeitarbeit am siebten Wochentag. "Im Vergleich zu den deutschen Erwerbstätigen üben ausländische abhängig Beschäftigte in Deutschland besonders häufig Sonntagsarbeit aus, und der Anteil der ständigen Sonntagsarbeit ist bei ihnen höher", heißt es im Bericht.

Während die Sonntagsarbeit in der Landwirtschaft und auf dem Bau zurückgehe, wachse sie überdurchschnittlich im verarbeitenden Gewerbe, im Kredit- und Versicherungsgewerbe, bei unternehmensnahen Dienstleistungen wie Call-Centern sowie bei den öffentlichen und privaten Dienstleistungen. Jeder dritte Beschäftigte im Dienstleistungssektor, der auch Kultur, Sport und Unterhaltung umfasst, muss gelegentlich sonntags arbeiten.

Als Nachteil, den die Sonntagsarbeit mit sich bringt, bezeichnete das DIW die Einschränkungen im Familienleben und bei der Freizeitkoordination. Auf die allgemeine Lebenszufriedenheit scheint sich dies kaum auszuwirken, denn sie war dem Institut zufolge bei Beschäftigten mit oder ohne Sonntagsarbeit gleich hoch. Allerdings sind Beschäftigte, die ständig sonntags arbeiten, eher unzufrieden als ihre faulenzenden Mitmenschen. Gelegentlich sonntags Arbeitende seien sogar seltener unzufrieden.

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