Sony-Ericsson Smart-Phone
Das P800 kann alles außer SMSen

Das neue Sony-Ericsson Smart-Phone P800 ist ein Multimedia-Talent. Allein Kurzmitteilungssüchtige bekommen Probleme: Sie brauchen eine gute Feinmotorik.

HB DÜSSELDORF. Das neue Flaggschiff von Sony Ericsson, das Smart-Phone P800, kommt in den Handel. Hat sich das Warten gelohnt? Jedenfalls hat das Phone das Zeug, die Konkurrenz das Fürchten zu lehren.

Das P800 ist optisch und technisch ein Leckerbissen. Das Design in Blau- Silber hat stilsicher Sony beigesteuert, die bewährte Technik kommt von Ericsson. Das Multimediatalent mit dem großen Farb-Touchscreen (4096 Farben) hat alles, was den Technikfreak heute begeistert. Von Internet über Multimedia-Mails, Video- und Audiowiedergabe bis zur integrierten Kamera sowie Bluetooth und Infrarot- Schnittstellen.

Die Maße des P800 entsprechen ungefähr denen des wichtigsten Konkurrenten, des Nokia 7650. Auch das Gewicht (150 Gramm) liegt nahe beim Nokia, aber etwas höher als beim Herausforderer Handspring Treo 300.

Das P800 ist ein Tri-Band-Telefon, es kann also auch in den USA genutzt werden. Das ist wichtig für Geschäftskunden, und für diese Klientel ist das P800 auch ausgelegt.

Nicht nur der Preis von gut 800 Euro spricht hier eine klare Sprache, sondern auch die umfassende Organizer- Ausstattung zur Termin-, Daten- und Adressverwaltung. Im Weekend-Journal-Test überzeugte das Gerät mit dem Symbian-Betriebssystem durch einfache Synchronisation mit gängigen Büroanwendungen wie etwa Outlook.

Aber Vorsicht: Die mitgelieferte Software "PC-Suite" mag nur Windows 2000, ME oder XP. Windows-98- oder-95-Nutzer haben das Nachsehen, ebenso Mac-Nutzer. Zumindest die Anbindung zu Windows 98 soll aber im zweiten Quartal möglich sein.

Pfiffig ist die Tastatur: Eingeklappt verdeckt sie gut die Hälfte des Displays. Ein Tastendruck löst keinen elektrischen Impuls aus, sondern wird einfach mechanisch auf den Touchscreen weitergeleitet und löst so die Funktionen aus. Wer will, kann die Tastatur entfernen und nur mit dem Eingabestift auf einer Bildschirmtastatur arbeiten.

So oder so ist die Tastatur aber ein Schwachpunkt, wenn es um E-Mails oder SMS-Versand geht. Wer einmal das übersichtliche Mäuseklavier eines Handspring Treo oder eines Blackberry gewohnt ist, hat Schwierigkeiten, die Eingabe längerer Texte per Druckstift oder Zahlenblock beim P800 gut zu finden. Wer mehr als zwei E-Mails oder SMS am Stück beantworten will, sollte seine Feinmotorik gut im Griff haben.

Richtig auftrumpfen kann das P800 mit ansprechender Video- und Audiowiedergabe. Als externer Speicher für Mediendateien ist ein Slot für den Memorystick von Sony eingebaut.

Die integrierte Kamera dagegen konnte trotz diverser Einstellmöglichkeiten nur bei idealen Lichtverhältnissen einigermaßen überzeugen.

Gut ist die Akkulaufzeit. Trotz des großen Farbdisplays lag im Test die Sprechzeit bei deutlich über zehn Stunden, was allerdings nicht bei heftiger Nutzung als Flugzeug-Minikino oder Musikbox gilt.

Fazit: Das P800 ist schön, trendy und teuer. Der Preisaufschlag zum Nokia 7650 ist doch erheblich, da hilft auch das große Display wenig, das Internet- und Mediennutzung sehr angenehm macht. Für harte E-Mail-Arbeiter ist die fehlende Tastatur ärgerlich. Als Alternative stehen Handspring oder Blackberry Gewehr bei Fuß, die aber im Multimediabereich abfallen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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