Sorge an Land
Gehobenes Atom-U-Boot "Kursk" nähert sich dem Dock

Nach der erfolgreichen Hebung vom Grund der Barentssee hat sich das russische Atom-U-Boot «Kursk» in der Nacht auf Dienstag der nordrussischen Küste genähert. Zuvor sei das riesige Wrack unter dem Dockschiff "Giant-4" festgemacht worden, sagte die Sprecherin der niederländischen Bergungsfirma Mammoet, Larissa van Seumeren, am Montag nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Die "Kursk" war am frühen Montagmorgen aus 108 Meter Meerestiefe angehoben und unter das Dockschiff gezogen worden.

dpa MOSKAU. Die für Mittwochmittag im Marinedock Rosljakowo bei Murmansk erwartete Ankunft des Atom-U-Bootes sorgt in Teilen der Bevölkerung für Unsicherheit und Angst. In einer Umfrage des russischen Instituts Sozium sagten 80 % der Befragten Murmansker noch vor der Hebung, die Sorgen vor einem Nuklearunfall seien berechtigt.

In Rosljakowo sollen bis Anfang nächster Woche die Leichen der toten Seeleute geborgen und nach der Unglücksursache geforscht werden. Russische Experten gehen inoffiziell davon aus, dass ein defekter Torpedo bei einem Manöverschießen bereits im Abschussrohr detonierte und den Tod aller 118 Mann Besatzung an Bord verursachte.

Die über Monate vorbereitete Hebung dauerte 19 Stunden. Mitten im Hebeprozess hatte die «Giant-4» am Montagmorgen die Anker gelichtet, um mitsamt dem darunterhängenden U-Boot besser auf den Seegang reagieren zu können.

Lob für die technische Meisterleistung kam von Präsident Wladimir Putin, der den Hinterbliebenen der 118 toten Matrosen nach dem Unglück vom 12. August 2000 eine Bergung der Kursk zugesagt hatte. "Die Situation mit der "Kursk" entwickelt sich nicht schlecht", sagte Putin in Moskau nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Nach der Hebung wurde ein Netz über die Schnittstelle am vorderen Ende der Kursk gespannt, damit auf der etwa zweitägigen Fahrt in die geheime Marinebasis Rosljakowo bei Murmansk keine Teile verloren gehen.

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