Sorge um Irak-Krieg belastet
Tokios Börse schließt schwach

Die Tokioter Börse hat am Montag nachgegeben und nahe einem 20-Jahre-Tief geschlossen. Händler sagten, der Markt rechne nicht mehr mit einer friedlichen Lösung des Irak-Konfliktes, nachdem US-Präsident George W. Bush dem Uno-Sicherheitsrat eine Frist von einem Tag für einen diplomatischen Ausweg gesetzt hatte. Darunter litten vor allem Aktien exportorientierter Grossunternehmen.

Reuters TOKIO. Der Nikkei 225-Index fiel um 1,64 % auf 7861,64 Zähler und notierte damit nur knapp über dem am vergangenen Dienstag erreichten 20-Jahre-Tief von 7 862,43 Punkten. Der breite Topix-Index sank um 1,13 % auf 777,21 Zähler.

Händler befürchteten negative Auswirkungen eines Kriegs auf die für Japans Konjunktur wichtige US-Wirtschaft. Nach dem Ultimatum von US-Präsident Bush stiegen die Preise für Öl und Gold und der Dollar geriet wieder unter Druck.

Viele Händler rechneten mit einer Erholung der Aktienbörsen bei Ausbruch eines Kriegs. Japanische Marktteilnehmer äusserte sich dazu aber vorsichtig. "Japanische Aktien befinden sich aufgrund eigener, interner Probleme in einem Abwärtstrend. Dazu gehört auch das Finanzsystem und die Unfähigkeit, eine Deregulierung durchzuführen," sagte Jun Terasaka von Toyota Asset Management. "Ich denke nicht, dass die japanischen Aktien stärker auf ein rasches Kriegsende reagieren werden," sagte er.

Die Aktien des Halbeiter-Ausrüster Tokyo Electron sackten 5,1 % ab und die Papiere des Kamera- und Büromaschinenproduzenten Canon fielen um 1 % ab.

Zu den grössten Verlierern gehörten wieder die Banktitel. Händler befürchteten, dass nun wieder ein Kreislauf von fallenden Aktienkursen vor dem Ende des Geschäftsjahrs per 31. März in Gang gesetzt wird, der das Banksystem destabilisieren könnte. Mitsuho Financial Group sackten 8,3 % ab. Mizuho litten zusätzlich darunter, dass die Grossbank am Freitag angekündigt hatte, sie kaufe Aktien der in Schwierigkeiten geratenen Konsumkreditfirma Orient Corp im Wert von 150 Mrd. Yen. Auch andere Banken wie Mitsubishi Tokyo Financial Group oder UFJ Holdings verloren deutlich.

Die düsteren Aussichten für die Finanzmärkte setzten auch Brokeraktien unter Druck. So büssten Nikko Cordial, Japans Nummer drei der Branche, 9,5 % ein.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten die Titel des Pharaunternehmens Takeda Chemical Industries oder der Haushaltswarenherstellers Kao Corp.

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