Sorge um Mobiltelefonmarkt
Nemax leichter

Die Wachstumswerte am Neuen Markt haben zum Wochenschluss bei volatilem Handel geringe Verluste eingefahren. Das Augenmerk habe sich auf das Quartalsergebnis des schwedische Telekomkonzerns Ericsson gerichtet, das im Jahresvergleich um 90 % unter dem Vorjahreswert ausfiel, sagte ein Händler der Commerzbank. Nun verbreitete sich Sorge, der Markt für Mobiltelefone sei nahezu gesättigt.

dpa-afx FRANKFURT. Wegen der geringen Umsätzen reichten durchschnittliche Transaktionen aus, um mehrmals die Richtung des Marktes zu ändern, sagte der Händler. Der Nemax 50 schloss um 1,41 % unter Vortag bei 1 685,30 Punkten und der Nemax-All-Share fiel um 0,66 % auf 1 801,01 Zähler.

Nur wenige Händler glaubten an eine dauerhafte Aufwärtsbewegung des Marktsegments, sagte der Händler. Daher seien die guten Vorgaben aus den USA ignoriert worden. So blieben die über den Erwartungen ausgefallenen Quartalsgewinne amerikanischer Großkonzerne, wie Microsoft Corp., Sun Microsystems ohne Auswirkung an den deutschen Börsen.

Im Kielwasser der Quartalszahlen der Mobiltelefon-Riesen Nokia und Ericsson fielen die Papiere des Handy-Zulieferers Balda um 7,56 % auf 16,64 Euro. Balda gebe nach, weil Nokia seine Prognose für das Umsatzwachstum des zweiten Quartals und des Gesamtjahres 2001 auf 20 Prozent gesenkt hat, urteilte Martina Noß, Analystin bei der Nord LB. Die Anleger gingen in diesem Fall davon aus, dass dann weniger Handyschalen benötigt würden.

Teldafax legt zu

Zu den wenigen Gewinnern zählten Ce Consumer Electronics. Der Chip-Broker legte nach der Ankündigung, in Hongkong eine Niederlassung zu eröffnen, um 9,80 % auf 11,20 Euro zu. Mit der Niederlassung in Hongkong will sich Ce Consumer Electronics, ein Händler mit Halbleitern, den chinesischen Markt erschließen. Von dem Geschäft in Asien erhofft sich das Unternehmen einen nennenswerten Beitrag zum Gewinn und zum Umsatz. Ce Consumer Electronic wolle in den kommenden Monaten noch weitere Niederlassungen eröffnen, kündigte der Vorstandsvorsitzende Erich Lejeune an.

Aktien des angeschlagenen Telekom-Anbieters Teldafax verteuerten sich um 7,69 % auf 0,84 Euro, nachdem die Deutsche Telekom sie wieder an ihr Netz genommen hat. Die Entscheidung sei zwar bekannt gewesen, dennoch sei in diesem Fortsetzungsroman jede Etappe wichtig, schrieb der Analyst Franz Morting von der Frankfurter Sparkasse in einer Anlegernote. Die Telekom musste wegen einer durch die Marburger erwirkten Einstweiligen Verfügungen die Netze beider Unternehmen wieder zusammenschalten.

Mobilcom im Mittelpunkt

Der Büdelsdorfer Telekom-Anbieter Mobilcom stand wieder im Zentrum der Aufmerksamkeit. Der Titel legte am Nachmittag bei hohen Umsätzen 18,52 % auf 16,00 Euro zu. Zwei große Nachrichten hätten das Kursgeschehen am Freitag bei Mobilcom umrankt, sagte ein Händler der Dresdner Bank. Zum einen würde der Mobilfunkanbieter E-Plus GSM-Netzkapazitäten ab Herbst 2001 bis Ende 2012 an die Mobilcom Multimedia GmbH vermieten. Zum anderen übernehmen die Büdelsdorfer die Hutchison Telecom GmbH.

Nach einer optimistischen Einschätzung des Insolvenzverwalters über das Fortbestehen der Sunburst AG schossen die Papiere um 16,04 % auf 1,23 Euro. Der Wert wird derzeit von spekulativen Geistern frequentiert, sagte ein Händler der Commerzbank. Auslöser der Euphorie: Insolvenzverwalter Hartmut Stange sagte Unternehmensangaben zufolge, Sunburst habe gute Chancen fortzubestehen.

Ceotronics gaben nach der Veröffentlichung der Zahlen für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2000/2001 3,85 % auf 10,75 Euro ab. Händler begründeten den Kursrutsch mit dem höher als erwartet ausgefallenen Verlust von 1,33 Mill. Euro. Als Hintergrund für das enttäuschende Ergebnis nannte der Hersteller von Kommunikationssystemen Ausfälle bei Kundenaufträgen sowie gestiegene Preise für Komponenten.

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