Sorge um Zivilbevölkerung: SPD-Kritik an US-Angriffen wächst

Sorge um Zivilbevölkerung
SPD-Kritik an US-Angriffen wächst

In der SPD gibt es einem Zeitungsbericht zufolge wachsende Bedenken gegen die US-geführten Angriffe auf Afghanistan.

rtr BERLIN. Reinhard Klimmt, Vize-Chef der SPD-Programmkommission, habe erhebliche Zweifel geäußert, ob sich die Vorgaben durchhalten ließen, nach denen man nur gegen Terroristen und nicht gegen die Zivilbevölkerung vorgehen wolle, berichtet die "Saarbrücker Zeitung". SPD-Fraktions-Vize Michael Müller habe erklärt, das Unbehagen in der Fraktion nehme zu. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) hatte den USA die "uneingeschränkte Solidarität" Deutschlands beim Kampf gegen Terroristen zugesichert.

"Wir werden dem Terrorismus nicht den Boden entziehen, wenn wir durch Opferung von Unschuldigen selber die Gegenargumente zu unserem Vorgehen liefern", sagte Klimmt der Zeitung zufolge. Entscheidend sei, dass die Politik gegenüber der von Armut betroffenen Dritten Welt geändert werde. Müller habe erklärt, es stelle sich die Frage "ob sich der Aufwand noch lohnt", wenn sich die Kriegsziele einer Ergreifung des moslemischen Extremisten Osama bin Laden und eines Sturzes der in Afghanistan regierenden Taliban nicht rasch herbeiführen ließen. Die Bundestagsabgeordnete Gudrun Roos habe es als unglaublich bezeichnet, dass nun Moscheen, Kliniken und Rot-Kreuz-Lager bombardiert würden.

Die USA greifen seit dem 7. Oktober mit britischer Unterstützung nach eigenen Angaben Stellungen der radikal- islamischen Taliban und der Gruppe El Kaida von Bin Laden an. Die USA machen ihn für die Anschläge auf das World Trade Center und das US-Verteidigungsminister verantwortlich, bei denen vermutlich etwa 5 400 Menschen getötet wurden. Am Freitag hatte das US-Militär erklärt, aus versehen Lagerhäuser des International Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) in der afghanischen Hauptstadt Kabul getroffen zu haben.

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