Sorgen der Anleger verstärkt
Schwache Micron-Zahlen belasten US-Börsen

Schwache Quartalszahlen des Halbleiterherstellers Micron haben am Mittwoch die Kurse an der Wall Street gedrückt. Auch trübe Prognosen von US-Firmen wie Blockbuster und Activision sowie zunehmende Kriegsängste haben die Stimmung der Investoren belastet.

Reuters NEW YORK. Schwache Quartalszahlen des Halbleiterherstellers Micron haben am Mittwoch an den US-Aktienmärkten Sorgen der Anleger um die Entwicklung der Unternehmensgewinne verstärkt und die Kurse gedrückt. Auch trübe Unternehmensprognosen sowie zunehmende Kriegsängste hätten die Stimmung der Investoren belastet, sagten Händler. Der Dow-Jones-Index fiel zum Handelsschluss um 1,03 Prozent auf rund 8447 Punkte. Der technologielastige Nasdaq-Index gab deutlich stärker um 2,19 Prozent auf rund 1362 Zähler nach, und der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 1,31 Prozent auf rund 891 Punkte.

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Ich denke nicht, dass wir schon klar auf dem Weg zu einer Erholung der Konjunktur und der Gewinne sind", sagte Peter Gottlieb, Portfolio Manager bei First Albany Asset Management. "Die Situation im Irak belastet bei allen die Stimmung", sagte Steve Kolano, Aktienhändler bei Mellon Growth Advisors. Die USA werden den Waffenbericht Iraks nach Angaben aus US-Regierungskreisen voraussichtlich als schweren Verstoß gegen die jüngste Uno-Resolution werten. US-Präsident George W. Bush äußerte sich am Mittwoch besorgt über Lücken in Iraks Waffenbericht. Die USA haben dem Land mit einem Militärschlag gedroht, sollte Irak nicht mit der UNO kooperieren.

Micron-Aktien brachen um rund 23 Prozent auf 10,22 Dollar ein und zogen nach Händlerangaben andere Titel der Branche mit nach unten. Der weltweit zweitgrößte Speicherchip-Hersteller hatte am Vorabend nach Börsenschluss mitgeteilt, in den ersten drei Monaten seines Geschäftsjahres sei der Verlust gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Der Konzern begründete dies unter anderem mit dem Rückgang der Chippreise. "Micron ist vielleicht ein Einzelfall. Er wirft aber die Frage auf, wie die Gewinne wirklich aussehen werden und ob die Erwartungen für das vierte Quartal weiterhin so positiv bleiben", sagte Jeff Kleintop, Investmentstratege bei PNC Advisors. Die Papiere des Chipherstellers Intel fielen um 4,3 Prozent auf 17,13 Dollar. Der Halbleiterindex der Philadelphia Stock Exchange gab rund 7,1 Prozent nach.

Belastend für die Technologiewerte waren nach Händlerangaben auch trübe Prognosen des Videospiele-Konzerns Activision. Das Unternehmen hatte seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das dritte und vierte Quartal unter anderem wegen des schwachen Vorweihnachtsgeschäfts deutlich gesenkt. Die Aktien brachen um rund 19,7 Prozent auf 12,62 Dollar ein. "Wenn Activision mitten im Weihnachtsgeschäft (vor sinkenden Gewinnen) warnt, bedeutet das nichts Gutes für die Software- und Einzelhandelsbranche", sagte Mellon-Growth-Analyst Kolano weiter.

Die Papiere des mit rund sechs Milliarden Dollar verschuldeten Finanzkonzerns Conseco stiegen um zwei Cent oder 56,4 Prozent auf 6,1 Cent. Das Unternehmen hatte zuvor Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Konkursrechts gestellt. Damit erlebt die US-Unternehmenswelt die drittgrößte Insolvenz in ihrer Geschichte nach WorldCom und Enron. Gegen den Trend legten die Aktien von General Mills 2,4 Prozent auf 45,98 Dollar zu. Der Nahrungsmittelkonzern hatte mitgeteilt, der Quartalsgewinn habe sich mehr als verdoppelt.

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