Sorgen um Entwicklung in Nordkorea
Dunkle Wolken über der Wall Street

Zunehmende Spannungen zwischen den USA und Nordkorea, der hohe Ölpreis sowie Sorgen der Anleger um die Entwicklung der Unternehmensgewinne in den USA haben am Freitag die US-Börsen belastet.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss 1,53 Prozent im Minus auf rund 8304 Punkten, der technologielastige Nasdaq-Index fiel 1,42 Prozent auf rund 1348 Zähler, und der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,60 Prozent auf rund 875 Punkte nach.

"Die steigenden Rohstoffpreise und die geopolitischen Spannungen stehen heute an der Spitze der Sorgenliste an der Wall Street", sagte Bryan Piskorowski, Marktkommentator bei Prudential Securities. Der fortdauernde Generalstreik im Ölexportland Venezuela sowie die sich zuspitzenden Spannungen zwischen den USA und Irak trieben nach Händlerangaben am Freitag den Ölpreis auf den höchsten Stand seit 15 Monaten.

Die jüngsten Äußerungen aus Nordkorea verstärkten Ängste, dass den USA ernsthafte politische Auseinandersetzungen bevorstünden, sagte Charles Payne, Marktanalyst bei Wall Street Strategies. Im Streit um sein Atomprogramm hatte Nordkorea am Freitag die beiden im Land tätigen UNO-Inspektoren zur Ausreise aufgefordert und den Ton gegen die USA verschärft. "Nordkorea macht die Leute nervös", sagte David Memmott von Morgan Stanley. "Das ist ein Land, das Fortschritte im Bereich Atomwaffen zu machen scheint, und wir haben bereits einige diplomatische Schwierigkeiten. Das lässt die Anleger zögern."

Anleger fliehen in "sicheren Hafen"

Zahlreiche Marktteilnehmer hätten ihren Weihnachtsurlaub verlängert, und das Handelsvolumen sei deswegen äußerst gering, sagten Börsianer. "Es herrscht eine Lethargie an der Wall Street, und es gibt so viel Unsicherheit im In- und Ausland, dass die Anleger sich offenbar auf etwas Negatives einstellen", sagte Payne weiter. Die Renditen kurzfristiger US-Staatsanleihen erreichten am Freitag ein Rekordtief. Händler sagten, die wachsenden internationalen Spannungen hätten die Anleger in den "sicheren Hafen" von Staatspapieren flüchten lassen.

Die anhaltenden Sorgen der Anleger um die Gewinne der US-Unternehmen wurden nach Händlerangaben verstärkt durch die Ankündigung des Energiekonzerns Unocal Corp, der seine Gewinnprognosen für das vierte Quartal zurücknahm. Die Aktien des Unternehmens büßten rund 4,8 Prozent auf 30,12 Dollar ein. Die Titel des Online-Einzelhändlers Amazon.com brachen um rund sieben Prozent auf 18,86 Dollar ein. Händler sagten, die Anleger befürchteten, dass das diesjährige Weihnachtsgeschäft für die Branche das schwächste überhaupt gewesen sein könne.

Gegen den Trend legten die Papiere des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin um rund 1,4 Prozent auf 57,70 Dollar zu. Das Unternehmen hatte von der polnischen Regierung nach Angaben von Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski den Zuschlag für den bislang größten Rüstungsauftrag in Osteuropa erhalten. Lockheed soll danach für Polen 48 Kampfflugzeuge des Typs F-16 Fighting Falcon im Gesamtwert von rund 3,5 Milliarden Dollar bauen. An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,76 Milliarden Aktien den Besitzer. 1035 Werte legten zu, 2183 gaben nach und 160 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 0,8 Milliarden Aktien 1183 im Plus, 2122 im Minus und fünf unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 25/32 auf 101-16/32. Sie rentierten mit 3,81 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 1-10/32 auf 109-3/32 und hatten eine Rendite von 4,78 Prozent.

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