Sorgen um Kriegsausweitung und Milzbrand-Attentate beunruhigen die Anleger
Wall Street schließt uneinheitlich

An der Wall Street haben am Montag weitere Milzbrandfälle für Verunsicherung gesorgt, doch anfängliche Kursverluste konnten in den letzten Handelsminuten zum großen Teil wettgemacht werden. Der Dow-Jones-Index für 30 Standardwerte schloss um 3,46 Punkte höher mit 9 347,62 Zählern, während der technologielastige Nasdaq-Index um 7,09 Punkte auf 1 696,31 Punkte zurückfiel.

dpa NEW YORK. Präsident Busch sagte, in einem Brief an Senatspräsident Tom Daschle seien Milzbranderreger nachgewiesen worden. Diese Nachricht zusammen mit Anlegersorgen um die Ausweitung des Kriegs gegen die Taliban haben die Börse im Verlauf unter Druck gesetzt.

Das Handelsvolumen war jedoch eher schwach. An der New York Stock Exchange wurden eine Million Aktien umgesetzt und an der technologielastigen Nasdaq-Börse wechselten 1,5 Millionen Papiere den Besitzer.

Zu den größten Tagesverlierern gehörten Halbleiteraktien. Eine Bank hatte zuvor die Gruppe herab gestuft. Die Gewinne, so die Bank, könnten im vierten Quartal noch schlechter ausfallen als im dritten.

Standard & Poor's stufte General Motors und Ford herab. Der Grund seien die scharfe Konkurrenz aus Übersee und die schwache Nachfrage, sagte die Rating-Agentur.

Stahlwerte fielen, nachdem Bethlehem Steel am Vormittag einen Konkursantrag gestellt hat. Zu den Gewinnern gehörten Finanztitel, darunter Goldman Sachs, Bear Stearns und Morgan Stanley.

Am Anleihemarkt notierten die Kurse langfristiger Staatsanleihen höher und drückten die Rendite auf 5,37 %. Die Feinunze Gold verbilligte sich um drei Dollar auf 287,70 Dollar. Im Devisenhandel fiel der Kurs des Euro zum Dollar auf 0,90895 (0,90850) Dollar. Daraus ergibt sich für den Dollar zur Mark ein Kurs von 2,1533 (2,1562) DM.

Dow holt Verluste auf - Abwartende Haltung

Während der Dow Jones-Index kurz vor Handelschluss seine Verluste wieder wett machen konnte und schließlich mit plus 0,04 %aus dem Handel ging, verlor der marktbreitere S&P 500 0,15 % auf 1 089,98 Punkte.

Die Unsicherheit am Markt habe auf Grund der weiteren Milzbrand-Anschläge in den USA zugenommen, sagten Händler. Dies habe zu Gewinnmitnahmen geführt. Jedoch konnten zwischenzeitliche Verluste im Handelsverlauf ausgeglichen werden, und der Dow Jones konnte mit einem leichten Plus aus dem Handel gehen. Die Stimmung am Markt sei zwar negativ, es gebe aber keine Panik. Die beginnende Berichtssaison würde viele Investoren dazu veranlassen, sich erst einmal zurückzuhalten und die Ergebnisse großer Unternehmen abzuwarten, hieß es.

Die Aktien von Alcoa verloren, nachdem eine australische Zeitung berichtet hatte dass der Aluminiumhersteller die Übernahme der australischen WMC plane. Alcoa verloren 0,99 % auf 32,00 $ (USD).

Der Computerhersteller IBM dagegen konnte wegen einer Großbestellung des Einzelhandelskonzerns Wal-Mart für Server gegen den Trend zulegen. IBM gewannen 1,15 % auf 102,00 $. Wal-Mart gewannen 1,10 % auf 53,48 $.

Rückenwind gab es auch für die Bank of America , die einen Gewinn je Aktie von 1,28 $ erwirtschaftet und damit die Analystenerwartungen um drei Cent übertroffen hatte. Der Titel legte 4,79% auf 55,55 $ zu. JP Morgan Chase verteuerten sich um 2,01% auf 33,55 $. Citigroup verloren hingegen 0,58% auf 44,80 $.

Verluste mussten hingegen Tabakkonzerne hinnehmen. RJ Reynolds verloren 1,84 % auf 23,98 $ und Philip Morris , sanken um 0,32 % auf 50,48 $, obwohl ein US-Gericht eine Klage der kanadischen Regierung gegen die Konzerne abgewiesen hatte. Kanada verlangte die Rückzahlung von Steuern, die ihr wegen angeblichen Tabakschmuggels entgangen seien.

Unbeeindruckt von Herabstufungen zeigten sich die Automobilbauer General Motors und Ford . Die Ratingagentur Standard & Poor's hatten ihr Kreditrating für vorrangige Schulden von A auf BBB+ reduziert. General Motors stiegen um 1,63 % auf 44,90 $ und Ford gingen unveränder bei 17,73 $ aus dem Handel.

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