Sorgen um Metzelder
Doch kein Umzug nach Seoul

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im Falle eines Viertelfinal-Erfolgs nicht wie von Teamchef Rudi Völler gewünscht erneut das Quartier wechseln. Der bangt unterdessen um die angeschlagenen Christoph Metzelder und Michael Ballack. Internationale Kritik an der schwachen Leistung der deutschen Mannschaft beim 1:0 gegen Paraguay wies der Teamchef zurück.

dpa SEOGWIPO. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft wird im Falle eines Viertelfinal-Erfolgs nicht wie von Teamchef Rudi Völler gewünscht erneut das Quartier wechseln. Das Team würde bei einem Vorstoß ins Halbfinale der 17. Weltmeisterschaft am kommenden Samstag wie ursprünglich geplant aus Ulsan auf die Insel Cheju zurück kehren und erst einen Tag vor dem Halbfinale nach Seoul anreisen.

Die erneute Änderung der Reisepläne, die nach zwei Krisensitzungen im Mannschaftshotel auf Druck der deutschen Fernsehanstalten zu Stande gekommen war, gab DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder am Montag in Seogwipo bekannt. "Man hat die Entscheidung korrigiert", teilte der Verbandschef bei einer Pressekonferenz mit: "Ich hoffe, dass das Kriegsbeil begraben ist."

Völler, der aus sportlichen Gründen für einen Umzug votiert hatte ("wir hätten einen Flug weniger gehabt"), bangt unterdessen vor dem zweiten K.o.-Spiel am kommenden Freitag gegen Mexiko oder die USA um den Einsatz der angeschlagenen Akteure Christoph Metzelder und Michael Ballack. Besonders für den Dortmunder Metzelder, der Blessuren an beiden Sprunggelenken hat, wird die Genesung zu einem Wettlauf mit der Zeit. "Christoph ist unser größtes Sorgenkind. Jeder Tag Pause ist ganz wichtig für ihn", berichtete der Teamchef. Spielmacher Ballack klagt weiterhin über Waden-Probleme, doch bei dem 25-jährigen Leverkusener zeigte sich Völler zuversichtlicher: "Bei Michael sieht es ganz ordentlich aus."

Zwei Tage nach dem 1:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Paraguay zog Völler intern wieder die Zügel an. Nachdem der 42-Jährige den Spielern am Sonntagabend noch einmal Ausgang bis um Mitternacht gewährt hatte, ist bis zum Viertelfinale nicht mehr an Müßiggang zu denken. "Ab heute ist es damit vorbei - total", betonte Völler.

Obwohl mit dem Vorstoß unter die besten acht Mannschaften die WM- Erwartungen an die deutsche Elf bereits absolut erfüllt worden sind, wittert Völler angesichts der günstigen Auslosung und dem Ausscheiden etlicher Favoriten in Japan und Südkorea eine einmalige Chance: "Der brutale Druck ist ein bisschen weg. Aber jetzt zu sagen, es ist nicht mehr so schlimm, wenn wir ausscheiden, wäre fatal."

Die internationale Kritik an der schwachen Leistung der deutschen Mannschaft beim 1:0 gegen Paraguay ließ der Teamchef nicht gelten. "Man kann nicht Zauberfußball von uns erwarten. Wir müssen versuchen, mit unseren Mitteln Erfolg zu haben", entgegnete der Teamchef und verwies auf die WM-Historie: "Es wird bei einem Turnier nicht immer die beste Mannschaft Weltmeister. Sonst wäre Brasilien schon 14 Mal Weltmeister geworden."

Vier Tage vor dem Viertelfinale hielt sich Völler bei Aussagen zu möglichen personellen Veränderungen im Team bedeckt. Den neu entbrannten Konkurrenzkampf hieß er "positiv", er schürt ihn sogar noch: "Jeder wird gebraucht, jeder muss dran bleiben."

Die im Achtelfinale gesperrten Carsten Ramelow, Dietmar Hamann und Christian Ziege drängen zurück ins Team. Doch die Lückenbüßer wie Sebastian Kehl, der bei seinem 45-minütigen WM-Debüt gegen Paraguay eine überzeugende Leistung als Abwehrchef bot, wollen nicht kampflos weichen. "Ich glaube, ich habe dem Trainer jetzt auch bewiesen, dass ich diese Position ausfüllen kann. Ich kann sie auch defensiv ausfüllen", warb der 22-jährige Dortmunder am Montag für sich.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%