Sorgenkind bleibt Reifengeschäft in Nordamerika.: Continental kehrt in Gewinnzone zurück

Sorgenkind bleibt Reifengeschäft in Nordamerika.
Continental kehrt in Gewinnzone zurück

Der hannoversche Reifenhersteller und Autozulieferer Continental hat nach kurzer Durststrecke und harten Einschnitten die Rückkehr in die Gewinnzone geschafft. Im vergangenen Jahr wurden neue Rekorde bei Umsatz und Betriebsergebnis eingefahren.

HB/dpa HANNOVER. "Die positive Entwicklung der ersten drei Quartale hat sich im vierten Quartal fortgesetzt. Wir haben das alte Rekordergebnis aus dem Jahr 1999 mit 607 Millionen Euro hinter uns gelassen", sagte Vorstandschef Manfred Wennemer am Mittwochabend in Hannover. Auch beim Umsatz sei der bisherige Rekord von 11,2 Milliarden Euro (2001) übertroffen worden.

Den Aktionären versprach Finanzchef Alan Hippe nach einer Nullrunde wieder eine "angemessene Dividende". Erste vorläufige Zahlen zum Geschäftsverlauf 2002 will das Unternehmen Anfang März veröffentlichen. Continental war im Jahr 2001 in die roten Zahlen gerutscht, nachdem die Kosten für Werksschließungen, Entlassungen und Produktionsverlagerungen in Billiglohn-Länder komplett in der 2001- Bilanz verbucht worden waren.

Dank eines erfolgreichen Winterreifengeschäfts sei Continental gut ins neue Jahr gestartet, sagte Wennemer. Er hoffe deshalb trotz der stotternden Autokonjunktur auch in diesem Jahr "auf jeden Fall auf ein Ergebnis in Höhe des Vorjahres". Da die Conti 70 Prozent ihres Umsatzes im Reifengeschäft über den Ersatzmarkt bestreite, wirke sich die Zurückhaltung der Verbraucher beim Neuwagenkauf kaum aus. "Wenn der Autoverkauf verschoben wird und statt dessen ein Satz neuer Reifen gekauft wird, dann bringt uns das genauso Umsatz", sagte Wennemer.

Sorgenkind des Konzerns bleibt das seit Jahren defizitäre Reifengeschäft in Nordamerika. "Es wird sehr schwierig werden, hier in diesem Jahr in die schwarzen Zahlen zu kommen", sagte Wennemer. Wichtigste Aufgabe des neuen, für den Reifenbereich zuständigen Vorstandes, Martien de Louw, werde deshalb die Straffung des US- Geschäftes sein. "Wir gehen auch hier den Weg in Billiglohn-Länder. Deshalb werden wir Teile der bisher in den USA angesiedelten Produktion nach Mexiko verlagern", sagte Wennemer.

Zukäufe plane das Unternehmen derzeit nicht, obwohl einige Hersteller von Fahrzeuglenkungen zum Verkauf stünden. Da diese Unternehmen jedoch statt moderner elektronischer Lenkungen lediglich hydraulische Lenksysteme produzieren würden, sei es nicht sinnvoll, sich mit bereits in absehbarer Zeit veralteter Technik zu verstärken, sagte Wennemer. Ein immer wieder diskutierter Verkauf der Tochter ContiTech sei aktuell nicht geplant, da kein angemessener Preis erzielt werden könne. "Wir haben da aber auch keinen Druck. ContiTech bringt gute Ergebnisse", sagte Wennemer.

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