Sorgenkind Salamander
EnBW steigerte Gewinn

Der Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat 2001 seinen Überschuss um mehr als 50 Prozent erhöht.

rtr/vwd FRANKFURT. Der Jahresüberschuss sei um 51,5 Prozent auf 271,9 Millionen Euro geklettert, teilte der drittgrößte Energieversorger in Deutschland bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts am Dienstag in Karlsruhe mit. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit habe sich um 22,8 Prozent auf 306,5 Millionen Euro verbessert. Beim Umsatz verbuchte der Konzern ein Plus von 34,9 Prozent auf 7,861 Milliarden Euro.Vor dem Hintergrund der Ergebnissteigerung kündigte EnBW eine Erhöhung der Dividende auf 0,66 Euro von 0,46 Euro im Vorjahr an.

"Der Erfolg unserer Strategie einer aktiven und frühzeitigen Mitgestaltung der Energiemärkte in Deutschland und Europa bestärkt uns, diesen Weg konsequent fortzusetzen", sagte Vorstandschef Gerhard Goll. Gewachsen sei die EnBW-Gruppe durch Beteiligungserwerbe, den Zugewinn neuer Kunden und die Erschließung neuer Märkte.

Die bundesweit agierende Stromfirma Yello habe mit insgesamt 700 000 Kunden die Hälfte aller Haushalte, die den Anbieter gewechselt hätten, gewonnen.

2002 erwartet die EnBW eine Beseitigung der Hemmnisse bei der Netzdurchleitung von Strom, die Goll zufolge bislang unbefriedigend funktioniert. Er setze auf einen Erfolg der Europäischen Kommission bei der vollständige Öffnung der Strom-und Gasmärkte in Europa, sagte der Firmenchef.

Über die weitere Entwicklung bei dem ursprünglich für den für das erste Halbjahr geplanten, im Januar aber vorläufig abgesagten Börsengang machte EnBW keine Angaben. Bisher sind 1,58 Prozent Unternehmensanteile der Aktiengesellschaft gelistet. Anteilseigner der EnBW sind neben dem französischen Stromkonzern Electricité de France mit 34,5 Prozent Gemeinden und Energieversorgungsverbände in Baden-Württemberg. EnBW selbst hält 2,5 Prozent.

Der Stromabsatz der EnBW-Gruppe ist eigenen Angaben zufolge 2001 um 24,9 Prozent auf 97,3 Terrawattstunden (TWh) gewachsen. Einschließlich des anteiligen Absatzes von EnBW-Beteiligungen, lag der Stromabsatz bei 108,4 TWh. Das entspricht 22,7 Prozent des Gesamtverbrauchs in Deutschland. EnBW beschäftigte im Jahr 2001 über 34.000 Mitarbeiter und belieferte rund 4,2 Millionen Kunden mit Energie.

EnBW ist unverändert stark an der Münchener Energie-Holding Thüga interessiert, sagte EnBW-Vorstandsvorsitzender Gerhard Goll bei der Vorlage der EnBW-Bilanz 2001 in Karlsruhe. Die Thüga spiele auch in Baden-Württemberg eine Rolle. Die EnBW habe das Thüga-Modell "abgekupfert" und könnte bei etwaigen Übernahmen die Thüga-Politik einsetzen. Die EnBW habe nicht mit Eon über eine Abgabe der Thüga gesprochen. Dies muss die Monopolkomission machen, meinte Goll.

Lösung für Salamander noch 2002

Bei der EnBW-Tochter Salamander muss es nach den Worten von Goll im Geschäftsjahr 2002 zu einer Lösung für den Unternehmensbereich Schuhe kommen. Wie Goll sagte, ist bei Salamander eine Entkonsolidierung des Schuh-Bereichs notwendig. Dies sei eine große Chance für die deutsche Schuh-Branche. Es fehle an einem deutschen Marktführer.

Derzeit finden laut Goll Gespräche über den Salamander-Schuh-Bereich statt. Diese seien aber noch nicht abgeschlossen. Andererseits müsse bei Salamander die Dienstleistungsbereiche Apcoa Parking AG, Stuttgart, und Gegenbauer Bosse, Berlin, zusammenwachsen. Die EnBW-Tochter Tesion, eine lokale Telefongesellschaft, leide derzeit unter der mangelnden Liberalisierung des Kommunikationsmarkts. Bei Tesion werde daher ein sozialverträglicher Personalabbau stattfinden.

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