Souveräne Siege der Titelkandidaten
Bayer Leverkusen verteidigt Tabellenspitze

Im Endspurt um die deutsche Meisterschaft geben sich die Titelkandidaten in der Fußball-Bundesliga keine Blöße. Allen voran Tabellenführer Bayer Leverkusen unterstrich drei Tage nach dem triumphalen Einzug ins Viertelfinale der Champions League mit dem 4:0-Erfolg über den TSV München 1860 seine Ambitionen auf den Gewinn der ersten Meisterschaft.

dpa DÜSSELDORF. "Das ist schon fast beängstigend, wie die Mannschaft die Belastung wegsteckt", meinte Trainer Klaus Toppmöller. Glanzlos, aber mit voller Punktzahl, bleibt Titelverteidiger FC Bayern München nach dem 3:0 über den 1. FC Köln als Drittplatzierter hinter Leverkusen und Dortmund im Rennen, während der FC Schalke 04 (2:0 gegen Kaiserslautern) und Hertha BSC (2:0 gegen den 1. FC Nürnberg) auf den nächsten Rängen lauern.

Mit einer imposanten Leistung in der zweiten Halbzeit verteidigte Spitzenreiter Bayer souverän seine Vormachtstellung. "Diese Mannschaft beeindruckt mich immer mehr", schwärmte Toppmöller nach dem Sieg über die "Löwen", wofür Ulf Kirsten (2), Zoltan Sebescen und Yildiray Bastürk mit ihren Toren sorgten. "Uns kann eigentlich keiner mehr schlagen, außer wir uns selbst", befand Torschütze Sebescen. Bei den Münchnern droht nach der dritten Niederlage in Folge vor allem Ärger um Thomas Häßler, der auf eigenen Wunsch zu Hause blieb. "Wenn einer nicht 20 Minuten spielen will, ist er leistungsunwillig und muss sich fragen, ob er den richtigen Beruf hat", sagte 60-Trainer Peter Pacult.

Erst planlos, dann glanzlos und hinterher mutlos präsentierte sich Rekord-Meister Bayern München nach dem erst in der Schlussphase durch die Treffer von Giovane Elber (2) und Hasan Salihamidzic gesicherten 3:0-Sieg gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln. "Wenn wir deutscher Meister werden wollen, war das zu wenig", befand Torhüter Oliver Kahn. Auch Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge formulierte die Ziele bescheidener als früher: "Wir wollen mindestens Dritter werden."

Optimistischer gaben sich die Schalker nach dem 3:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern. "Wir sind die Jäger. Wenn einer einen falschen Schritt tut, sind wir da", sagte der Belgier Marc Wilmots, der die 1:0-Führung erzielte, ehe Andreas Möller und Victor Agali zum neunten Sieg im elften Rückrundenspiel trafen. Trotz der Niederlage spekulieren die Pfälzer weiterhin auf einen UEFA-Cup-Platz. "Die alten Ziele sind auch die neuen: International", meinte FCK-Teamchef Andreas Brehme.

Mit dem 2:0 über den 1. FC Nürnberg hat sich Hertha BSC zwar auf Rang 5 festgesetzt, musste aber die Pfiffe des eigenen Publikums gegen den zum Saisonende nach München wechselnden Sebastian Deisler verdauen. Als der Jung-Nationalspieler in der Schlussviertelstunde sein Comeback nach 162 Tagen Leidenszeit gab, bereiteten die Zuschauer im Olympiastadion dem Mittelfeldspieler einen eisigen Empfang. "Ich hätte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass es so viele sind", sagte Deisler zum Ausmaß der Pfiffe. Matchwinner für die Berliner war der Brasilianer Alex Alves mit zwei Treffern.

Einen wichtigen Schritt Richtung Klassenverbleib hat Borussia Mönchengladbach mit dem 1:0-Erfolg im Duell mit dem SC Freiburg geschafft. "Drei oder vier Punkte fehlen noch, aber die holen wir auch noch", sagte Gladbachs Mittelstürmer Arie van Lent, der mit seinem elften Tor die Partie kurz vor Schluss entschied. Die Breisgauer müssen mit einem Punkt Rückstand zum rettenden 15. Platz weiterhin bangen. "Wir sind noch nicht tot", meinte SC-Profi Tobias Willi.

Mit dem 1:1 gegen den Hamburger SV konnte auch Hansa Rostock einen weiteren Zähler im Abstiegskampf verbuchen. Den Führungstreffer von Andreas Jakobsson glich Sergej Barbarez für die Hamburger aus. Für HSV-Nachbar FC St. Pauli wird die Luft nach der 1:2-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart immer dünner. "Jetzt haben wir ein Spiel weniger, um uns zu retten", sagte Kapitän Holger Stanislawski.

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