Souveränität verletzt
Nordkorea: "Mutwillige Piraterie" der USA

Die Führung in Pjöngjang hat die USA wegen der Aufbringung eines Frachters mit Nordkoreanischen Scud-Raketen für den Jemen der "mutwilligen Piraterie" bezichtigt und eine Entschuldigung gefordert.

HB/dpa SEOUL. In einer Erklärung des Nordkoreanischen Außenministeriums wurden die USA am Freitag außerdem beschuldigt, mit ihrem Vorgehen die Souveränität Nordkoreas verletzt zu haben.

Die "Raketenteile und einige Baumaterialien" seien von dem Frachter mit "einem legalen Handelsvertrag und auf einer normalen Reise entlang einer anerkannten Seeroute" transportiert worden, hieß es in der von der amtlichen Nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung.

"Besorgnis erregende" Waffen

Nach Protesten Jemens hatten die USA am Mittwoch die beschlagnahmte Ladung von 15 unter Zementsäcken versteckten Raketen wieder freigegeben. Der Frachter war am Montag im Indischen Ozean von spanischen Marineschiffen aufgebracht und später dem US-Militär übergeben worden. Die USA hatten ihr Vorgehen damit verteidigt, dass es sich um "Besorgnis erregende" Waffen mit zunächst unklarem Zielort gehandelt habe. Außerdem führte das Schiff nach spanischen und amerikanischen Angaben keine Handelsflagge.

Warum das Schiff als Zement-Frachter getarnt war und keine Flagge führte, wurde in dem KCNA-Bericht nicht gesagt. "Die Volksrepublik (Nordkorea) hat bereits deutlich gemacht, dass es nicht nur Raketen zur Verteidigung gegen die militärische Bedrohung durch die USA produziert, sondern diese zur Einnahme von Devisen exportiert", hieß es. Die USA müssten für das Festhalten des Frachters Schadenersatz leisten.

Nordkorea soll weltweit größter Lieferant der Raketen sein

Nach US-Angaben ist Nordkorea der weltweit größte Lieferant für ballistische Raketen. Die Erklärung aus Nordkorea erfolgte einen Tag nach der Ankündigung der Führung in Pjöngjang, seine umstrittenen Atomanlagen in Yongbyon zur Stromerzeugung wieder in Betrieb nehmen zu wollen. Das Kernkraftwerk war seit einem Abkommen mit den USA von 1994 über den Stopp des Nordkoreanischen Atomprogramms auf Plutonium- Basis versiegelt. Im Oktober hatte Pjöngjang nach US-Angaben zugegeben, ein geheimes Programm zur Anreicherung von atomwaffentauglichem Uran zu betreiben.

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