Sowjetische Raumfähre "Buran" von Trümmern getroffen
Raumfahrthangar begrub sechs Menschen unter sich

Der Einsturz eines Hallendachs im russischen Weltraumbahnhof Baikonur hat möglicherweise acht Menschenleben gefordert. Wie ein Sprecher des russischen Ministeriums für Notfälle mitteilte, barg ein aus Moskau eingeflogenes Team bis Montagmittag die Leichen von sechs Arbeitern eines Bautrupps aus den Trümmern.

WiWo/ap ALMA ATA. Für zwei weitere Verschüttete bestand fast keine Hoffnung mehr, sie lebend zu bergen. Das Dach des 80 Meter hohen Haupthangars im weitläufigen Kosmodrom war am Sonntag eingestürzt und hatte mindestens acht Bauarbeiter – sieben Kasachen und einen Weißrussen – unter sich begraben.

In der Nacht zum Montag traf die Spezialbrigade aus Moskau in Baikonur ein und übernahm die Leitung des Bergungseinsatzes. Kasachische Katastrophenschützer sagten, sie würden von den Russen nicht zur Unglücksstelle vorgelassen. In dem Haupthangar stand nach russischen Medienberichten die einzige russische Weltraumfähre, die bisher in den Weltraum geflogen ist.

Die "Buran" sei von Trümmern getroffen worden. In der gigantischen Halle wurden ferner Energija-Trägerraketen montiert, hieß es weiter. Die "Buran" war einst der Stolz der sowjetischen Weltraumbehörde. Nach der Auflösung der Sowjetunion wurde das Projekt aus Kostengründen eingestellt.

Ein Sprecher der russischen Weltraumbehörde, Sergej Gorbunow, sagte zu der Einsturzursache, möglicherweise sei ein Gegenstand auf einen riesigen Treibstofftank in dem Hangar gefallen. Dies könnte eine gewaltige Explosion ausgelöst haben, die das Dach einstürzen ließ. Die Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete, Experten hätten einen Terroranschlag oder einen schlechten baulichen Zustand der Halle als Einsturzursache ausgeschlossen.

Ein Sprecher des kasachischen Katastrophenschutz-Komitees, Kairsan Tureschanow, sagte dagegen, eine mögliche Ursache könnte eine falsche Berechnung der Statik für die Halle gewesen sein. Die Halle wurde in den 80er Jahren gebaut. Der Unfall ließ wieder Spannungen zwischen Kasachstan und Russland zu Tage treten, das Baikonur für sein Raumfahrtprogramm gemietet hat. Von dem Kosmodrom aus starten unter anderem die "Sojus"-Raumschiffe zur Internationalen Raumstation ISS.

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