Sozialisten gewinnen deutlich dazu
Kommunalwahlen werden zu Denkzettel für Aznar

Die oppositionellen Sozialisten sind aus den Kommunalwahlen in Spanien mit knappem Vorsprung als Sieger hervorgegangen. Allerdings behielt die konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident José María Aznar das Amt des Bürgermeisters von Madrid.

HB/dpa MADRID. Nach Auszählung der Mehrheit der abgegebenen Stimmen waren die Sozialisten (PSOE) bei der Wahl am Sonntag mit einem Anteil von 35,0 % die meistgewählte Partei.

Aznars PP kam auf 33,6 %. Bei den Kommunalwahlen vor vier Jahren hatte die PP mit 34,4 % knapp vor der PSOE gelegen, die damals auf 34,3 % gekommen war. Der Wahlausgang wurde als Denkzettel für Aznar gewertet, der im Irak-Konflikt entgegen der Meinung der Mehrheit der Spanier eine proamerikanische Haltung eingenommen hatte.

Allerdings hielten die Verluste der PP sich insgesamt in Grenzen. Bei den zusammen mit den Kommunalwahlen abgehaltenen Wahlen zu den Regionalparlamenten behauptete die PP ihre Mehrheit in wenigstens sieben Regionen. Dazu gehörten Kastilien-León, Valencia und Murcia.

Allerdings musste die PP die Region Madrid wahrscheinlich erstmals seit acht Jahren an die Sozialisten abgeben. Die PSOE behauptete zudem ihre Mehrheiten in den Regionen Kastilien-La Mancha, Extremadura, Asturien und Aragón. Auf den Balearen baute die rot- grüne Koalition, die vor gut einem Jahr die umstrittene Touristen- Abgabe eingeführt hatte, ihre Mehrheit aus.

In Barcelona behaupteten die Sozialisten ihre Mehrheit und nahmen der PP die Stadtregierungen in Saragossa und Toledo ab. Die PP behielt ihre Mehrheit in den Hafenstädten Valencia und Málaga und gewann die Mehrheit in Burgos.

Rund 35 Mill. Stimmberechtigte waren aufgerufen, über die Vergabe von 8100 Bürgermeisterposten und 66 000 Sitzen in den Gemeinderäten zu entscheiden. Außerdem fanden in 13 der 17 autonomen Regionen des Landes Wahlen zu den Regionalparlamenten statt, die etwa den Landtagen in Deutschland entsprechen.

Im Baskenland markierten die Wahlen den Beginn einer neuen Ära. Erstmals seit über 20 Jahren durften keine Separatisten antreten, die mit der Terror-Organisation ETA sympathisierten. Die ETA-nahe Partei Batasuna (Einheit) war im März verboten worden.

Am Tag vor der Wahl wurden bei der Explosion einer Paketbombe in einem Postamt in Valencia vier Mitarbeiter verletzt, einer von ihnen schwer. Die Polizei machte nach ersten Ermittlungen eine anarchistische oder linksextremistische Gruppierung für den Anschlag verantwortlich. Sie schloss eine Beteiligung der ETA aus.

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