Sozialistischer Bürgermeister wurde durch Kopfschüsse getötet
Mutmaßlicher Eta-Anschlag auf Bürgermeister

dpa SAN SEBASTIAN/MADRID. Zwei Tage nach den verheerenden Autobomben-Anschlägen an der spanischen Mittelmeerküste haben im Baskenland mutmaßliche Eta-Separatisten einen Bürgermeister erschossen. Die Terroristen töteten ihr Opfer, den 54-jährigen Sozialisten Froilan Elespe, mit zwei Kopfschüssen in einer Gaststätte in der nordspanischen Kleinstadt Lasarte.

Der Politiker, Zweiter Bürgermeister und Bau-Stadtrat des vor den Toren der Küstenstadt San Sebastian gelegenen Ortes, war nach Angaben der Polizei auf der Stelle tot. Der Vater von zwei Kindern hatte von sich aus auf den Schutz durch Leibwächter verzichtet. Die Täter entkamen. Nach Angaben der Behörden bestand kein Zweifel daran, dass die Untergrundorganisation Eta für die Tat verantwortlich war.

Bereits 6 Tote durch Attentate in diesem Jahr

Die Zahl der Opfer von Eta-Attentaten in diesem Jahr in Spanien erhöhte sich damit auf sechs. Seit der Aufkündigung der einseitigen "Waffenruhe" durch die Eta Ende 1999 wurden 29 Menschen bei Anschlägen der Organisation getötet.

Spanien forderte unterdessen die Behörden in Frankreich auf, den Kampf gegen den Terror der Eta zu verstärken. Dies bestätigte Außenminister Josep Pique in Madrid. Allerdings bedeute dies nicht, dass die spanische Regierung sich in Paris über eine mangelnde Unterstützung "beklagt" habe, sagte der Minister. Madrid habe vielmehr die Franzosen darum gebeten, eine "zusätzliche Anstrengung" zu unternehmen.

Sonntag explodierten zwei Sprengsätze

Am Sonntag hatte die Eta zwei Autobomben an der spanischen Mittelmeerküste gelegt. Bei der Explosion eines der Sprengsätze im Badeort Rosas an der Costa Brava war ein Polizist getötet worden. Die spanischen Ermittler gehen davon aus, dass die Eta bei den beiden 50- Kilogramm-Bomben auf Dynamit zurückgriff, das sie vor zwei Wochen in Frankreich erbeutet hatte. In der spanischen Presse wurde den französischen Behörden daraufhin Nachlässigkeit beim Kampf gegen die Eta zur Last gelegt.

Bei einer Razzia im Umfeld der Eta nahm die Polizei am Dienstag fünf mutmaßliche Anhänger der Organisation fest. Den fünf jungen Männern im Alter zwischen 20 und 23 Jahren werde die Teilnahme an Gewaltakten und Sabotageaktionen in der Gegend um die baskische Industriemetropole Bilbao zur Last gelegt, teilten die Sicherheitskräfte mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%